Wer über die Presse erfährt, was für Unflat in dem "Roman" von Helene Hegemann steht, fragt sich doch: Wer liest das?
Jörg Sundermeier, Programmleiter des Verbrecher Verlages (er heißt wirklich so :-) geht dieser Frage nach und schreibt in der taz:
"Ob es sich dabei wirklich um ein preiswürdiges Werk handelt, ist eine andere Frage. Der Stil der jungen Autorin ist, zumindest soweit sich das aus den vielfach zitierten Stellen herauslesen lässt, recht unbeholfen, ein Lektorat stand ihr anscheinend nicht helfend zur Seite (wie der Verlag die junge Autorin überhaupt schmählich allein gelassen hat, solange die Rechte noch ungeklärt waren). Dennoch wurde das Buch zunächst allerorten überschwänglich gelobt. Nicht, weil ihr Vater Carl Hegemann so bekannt ist. Sondern, weil sich das Feuilleton stets freut, wenn eine junge Frau etwas schreibt, was man für literarisch verpackte Sauereien halten kann - siehe Charlotte Roche. Da macht es sich auch gerne mit der feixenden Meute gemein, die nach 'Stellen' sucht. Diese taugen als Wichsvorlage aber nur dann etwas, wenn die Exzesse als selbst erlebt, also 'echt', verbürgt gelten."
Der Ausdruck "Wichsvorlage" passt! Und so etwas ist als für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden! Am 18. 2. 2010 soll der Preis verliehen werden. Verena Auffermann sagte im Gespräch mit Sophia-Caroline Kosel, dpa, u. a.:
"Dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Wirklichkeit auflöst. Ich bin sehr froh, dass Hegemann nicht alles selbst erlebt hat."
Auffermann vergleicht auch Hegemanns "Roman" mit dem Werk "Bonjour Tristesse" der einst jungen Francoise Sagan ... Offensichtlich nur, weil Sagan damals 18 und Hegemann 17 ist ... Und so etwas ist Chefin einer Jury ...
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