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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Das Gma-Haus

Ich wohnte ja mal ein paar Jahre in dem sehr kleinen Dörfchen Mögersbronn. Das hatte sogar ein Gma-Haus. Was ist das denn? Werden sich einige fragen. "Gma" steht für Gemeinde, also ein Haus, in dem sich die Dorfgemeinde trifft, z. B. für den Bibelkreis, oder wenn die Bauern was zu besprechen haben etc.

Eine Bekannte war Leiterin einer Niederlassung eines bundesweit verteilten Institutes, das auch Praktika für angehende Tierhomöopathen et al. anbietet. Sie fragte mich, ob ich mir das auch mal ansehen möchte. Tja, das interessierte mich schon. Aber dafür extra einen "langen Ritt" nach Nürnberg oder nach Würzburg?

Da hatte mein Bär eine Idee. "Du, wir lenken diese Praktikas einfach hierher in die Nähe."

"Wie willst Du das machen?" schüttelte ich den Kopf. Er aber schmunzelte und ging zum Bauern D., dem Windmüller. Er fragte ihn: "Kann ich das Gma-Haus auch für private Zwecke mieten, natürlich gegen Bezahlung?!"

Bauer D. stutzte: "Was wollt ihr da machen?" Dann erzählte ihm mein Bär, dass wir über ein bundesweites Institut Praktika anbieten wollen. Und mittags brauchen die Gäste ja einen Raum, wo sie vespern können. Ganz beiläufig nannte er noch den Namen des Institutes und wo die Zentrale sitzt. Bauer D. schrieb fleißig mit.

Dann kam der Bär grinsend nach Haus. "Ich denke, er hat angebissen!"

Ich zweifelte immer noch. Da rief mich meine Bekannte an: "Weißt Du schon das Neueste? Wir haben jetzt einen Lehrhof, ganz in deiner Nähe. Da kannst Du dir die Dozenten mal ansehen. Ich möchte wissen, was Du von denen hältst."

Verblüfft erzählte ich meinem Bär davon und fragte ihn: "Was ist denn da gelaufen?"

"Ganz einfach: Als der Bauer D. erfahren hat, dass wir angeblich Wochenendseminare im Gma-Haus veranstalten wollen, hat er gleich bei dem Institut angerufen und als Lehrhof den Reiterhof seiner Verwandten angepriesen ..."

"Ach so ist das gelaufen ..." Jetzt verstand ich. Und ich war froh, nicht so weit fahren zu müssen.

Dann traf mein Bär auf Bauer D. Der grinste ihn an und sagte: "Das hat wohl nicht geklappt mit euren Seminaren!"

"Das sollte es auch nicht" grinste mein Bär zurück. Dann verklickerte er ihm, was er von vorneherein beabsichtigt hatte, nämlich dass es ihm gar nicht um das Gma-Haus ging, sondern nur darum, dass die Praktikas in der Nähe stattfinden. Dabei bekam Bauer D. einen ganz dicken Hals und weiße und rote Flecken vor Wut.

Wie wir später erfahren haben, fand eine geheime Gma statt. Da wurde beschlossen, dass wir ganz böse Leute sind, die sich nicht an die Bräuche des Dorfes halten und die braven Menschen hier ausschmieren ...


(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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C
Sehr lustig! <br /> <br /> Ich kann mir so richtig vorstellen wie sich der Bauer geaergert hat.<br /> <br /> Good for you!
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K
<br /> Dear Christine,<br /> <br /> he was full of anger and became a red face like an electric lamp ...<br /> <br /> Good luck, Kiat<br /> <br /> <br />
P
Herrlich, wenn Leute so berechenbar sind! Das macht sie gut zu lenken...<br /> <br /> Aber zugleich tut es mir weh, hier von so vielen naiven und kurzsichtigen Bauern zu lesen. Meine Großeltern und viele nahe Familienangehörige sind ebenfalls Bauern, aber abgesehen von meiner einen Tante, die sich hier mit in die Reihe stellen könnte für ihre Bosheit, sind sie wirklich ganz anders. <br /> Ich habe sie als sehr kluge, einfühlsame, praktisch denkende und weltoffene Menschen kennengelernt. <br /> Schade, dass du wohl überwiegend die andere Sorte kennst.
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K
<br /> Liebe Philo,<br /> <br /> solltest Du den Eindruck gewonnen haben, dass ich nur diese eine Sorte Bauern kenne, dann bedauere ich das. Ich kenne viele Bäuerinnen und Bauern, die sehr pfiffig sind und schlau und humorvoll.<br /> Vor allem, wenn sie Biobauern sind. Nur die unrühmlichen Ausnahmen, die schädigen das Ansehen des Bauernstandes.<br /> <br /> Das ist eigentlich überall so. Denke z. B. an die Hexen und Magier. Dort gibt es auch welche, die Blödsinn machen. Aber deshalb sind nicht gleich alle Hexen und Magier schlecht.<br /> <br /> Mein Bär war früher mal Prokurist in einem medizinischen Fachverlag. Da hat er festgestellt, dass unabhängig vom Beruf und Stand ca. 1/6 der Menschen bösartig und/oder kleinkriminell sind.<br /> <br /> Er war damals u. a. für Werbeaktionen bei Ärzten verantwortlich. Da konnten z. B. die Empfänger ankreuzen, ob sie für das Ausfüllen eines Fragebogens einen Scheck, eine Kamera oder einen Kunstdruck<br /> haben wollten. Und immer waren es ca. 1/6 der Empfänger, die alles haben wollten. Und die sich dann noch lauthals beschwerten, wenn sie es nicht bekamen ...<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />