Heute abend kam eine alleinerziehende Mutter zu mir, ihre Augen war noch ganz rot, sie musste viel geweint haben. Dann erzählte sie mir:
"Du, ich wurde von der ARGE aufgefordert, mich bei einer Stelle zu bewerben. Wenn ich mich nicht genommen werde, werden mir alle Leistungen gestrichen. Also bin ich da hin!"
"Und was war das für eine Arbeit?"
"Das war überhaupt keine richtige Arbeit! Ich sollte als freie Vertreterin arbeiten!"
"Und was solltest Du denn den Leuten andrehen?"
"Staubsauger! Ich sollte einen Staubsauger kaufen und könnte ihn dann teurer verkaufen. Die Differenz gehört dann mir."
"Was hättest Du für einen Staubsauger zahlen müssen?"
"1.400 EUR! Und für 1.800 sollte ich ihn verkaufen! Also bei jedem Staubsauger 400 EUR für mich!"
"Was? Deine Kunden sollen 1.800 EUR für einen Staubsauger hinlegen?"
"Naja, das sollen besondere Staubsauger sein, ohne Filter, der Staub wird mit Wasser aufgefangen oder so."
"Ach, da habe ich schon davon gehört. Aber 1.800 EUR bezahlt dir keiner für einen Staubsauger."
"Das habe ich mir auch gedacht. Und außerdem habe ich keine 1.400 EUR. Also habe ich meine Vermittlerin angerufen und alles erzählt. Die ist richtig böse geworden und hat angedroht, mir alle Leistungen zu streichen. Wovon sollen denn meine Kinder und ich leben? Sollen wir verhungern oder betteln?"
"Nun, mal langsam! Sag mal, hat dir der Typ was versprochen? Je mehr Staubsauger Du verkaufst, umso billiger kriegst Du dann die Teile?"
"Ja, das schon. Und ich könnte andere anwerben, die würden dann bei mir die Staubsauger kaufen für 1.400 EUR und ich würde die für 1.200 EUR bekommen. Je mehr Leute ich für den Verkauf anwerbe, umso billiger bekomme ich die Staubsauger. Und ich steige in der Hierarchie auf. Und zweimal im Jahr gibt es auf Mallorca eine Party, da werden die besten Verkäufer ausgezeichnet."
"Naja, das übliche MLM-Getrommel halt!"
"Was ist MLM?"
"Multi-Level-Marketing. Aber Du bist fein raus. Deine Vermittlerin darf dich nicht zwingen, eine gesetzwidrige Arbeit anzunehmen. Und MLM ist verboten."
"Das ist ja prima! Aber ihr Vorgesetzter ist ein scharfer Hund und der Leiter der ARGE, der spinnt ja total!"
"Weißt Du, wo der scharfe Hund wohnt?"
"Ja, in ..."
"Da ist doch bald Kirchweih. Tu dich doch mit anderen zusammen, animiert ihn zum Saufen und dann schmeißt ihr ihn in den Löschteich. Bevor er absäuft, holt ihn raus. Dann lasst ihr euch als Lebensretter feiern, dass ihr einen Besoffenen vor dem Ersaufen gerettet habt. Das wird dem eine Lehre sein."
"Du bist ja ganz schön gemein!"
"Nee, gemein sind diese Fieslinge, die den Arbeitslosen noch das letzte Geld aus der Tasche ziehen. Und noch fieser sind die Leute in der Arge, die Menschen zu illegalen Tätigkeiten zwingen. Für solche Gestalten habe ich null Verständnis!"
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Da gibt es schon entsprechende Urteile, dass man so etwas nicht annehmen muss. Am besten Widerspruch einlegen mit dem entsprechenden Hinweis darauf. <br />
Und falls sie sich querlegen, es gibt doch so nette Sendungen, in denen solche Mißstände im Fernsehen landen. So was ist doch ideal fürs Sommerloch. :-)<br />
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Morgendliche Grüße, Cellulanus
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Liebe Cellulanus,<br />
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sicher, die arme Frau kann Widerspruch einlegen, nur wovon sollen ihre Kinder und sie selbst zwischenzeitlich leben? Sie müssen warten, bis der Widersprich bearbeitet wird. Und das kann dauern!<br />
Meistens wird der Widerspruch abgelehnt. Dann kann die Arme vor dem Spzialgericht klagen, und das dauert Monate, wenn nicht Jahre ... Wie dieser Staat mit zehn Millionen der Bevölkerung umspringt,<br />
ist wirklich kein Ruhmesblatt!<br />
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Aber ich denke, wenn nach den Bundestagswahlen die bereits in den Schubladen liegenden Maßnahmen umgesetzt werden, z. B. eine rigorose Senkung des Wohngeldes, dann gibt es gewaltige Unruhen. Wenn<br />
nämlich Millionen von Menschen aus ihren Wohnungen geworfen werden, und wenn es dazu noch sehr kalt ist, dann sind Unruhen unvermeidbar.<br />
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Da mögen die Zeitungen noch so sehr vom Aufschwung faseln, das ist sowieso skurril, was hier abläuft: Eine Spalte Aufschwung, und mehrere Spalten mit der Ankündigung von Firmenpleiten und Tausenden<br />
von Arbeitslosen!<br />
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Schau mal auf Arcandor/Quelle: Einer, der den Fall der Quelle mitverursacht hat, der liebe Thomas Middelhoff, der hat im Hafen von Saint Tropez eine 33 Meter lange Yacht liegen. Für die Neureichen scheint Schiffchen fahren ein Traum zu sein, den sie sich auf Kosten von Zigtausenden erfüllen.<br />
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Nachdenkliche Grüße, Kiat<br />
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