Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
In Frankreich gibt es nördlich von Avignon die stillgelegte Atomanlage Marcoule - mehrere Reaktoren - allesamt stillgelegt. Und dort gibt es eine Verbrennungsanlage für schwach radioaktiven Abfall wie Arbeitskleidung etc.
Heute flog ein Verbrennungsofen in die Luft, ein Arbeiter gleich tot, vier weitere schwer verletzt. Sechs Monate nach Fukushima sind auch in Frankreich die Menschen sensibilisiert - was Atomanlagen angeht. So beeilte sich eine Sprecherin der Anlage, öffentlich zu verkünden, dass möglicherweise Radioaktivität in die Atmosphäre gelangt seien.
In der Schweiz reagierten gleich die Behörden, sie fragten die Wetterfrösche, ob da eine radioaktive Wolke in Richtung Schweiz ziehen könne. Dann gab es Entwarnung.
Auch in Frankreich: Angeblich keine Radioaktiviät ausgetreten! Sollen wir das glauben? Oder soll die Bevölkerung nur beruhigt werden? Gerade in Frankreich - eine Nation, die bisher sehr atomfreundlich eingestellt war.
Was wird wie verbrannt? WELT ONLINE schreibt: "In der betroffenen Anlage, die von der EDF-Tochter Socodei betrieben wird, werden schwach radioaktive Abfälle verbrannt oder eingeschmolzen. Die Reste werden zusammengepresst und dann in ein Zwischenlager für Atomabfälle gebracht."
Hmm, wenn ich mir das so vorstelle, da wird zum Beispiel Arbeitskleidung verbrannt, dabei entsteht Rauch, aber auch Abgase, also entfleuchen Rußteilchen in die Atmosphäre ... Und wie soll ich mir das "Einschmelzen" vorstellen? Ja, und was heißt dann "Zwischenlager"? Dass es nicht einmal für diese schwach radioaktiven Abfälle ein Endlager gibt?
Ist diese Menschheit noch zu retten? Nein, sie ist nicht mehr zu retten! Da wurde von Anfang an bei der Entwicklung und dem Bau von Kernkraftwerken das Problem der Endlagerung von strahlenden Abfällen immer wieder vor sich hergeschoben - eben verlagert. Wie dumm können Menschen sein? Offensichtlich noch dümmer!
Was ist von Managern, von Politikern zu halten, die die existentielle Frage der Endlagerung von Atommüll nicht lösen wollen? Vielleicht ist dieses Problem nie lösbar?! Und die Entscheidungsträger wissen das, wollen jedoch die Bevölkerung in Unkenntnis lassen?! Das ist durchaus anzunehmen.
Und auch die Verniedlichung der Sprache wird wieder eingesetzt. Aus dem "Atomunfall" wird ein "Industrieunfall" ... - als ob sich die aufgeschreckte Bevölkerung dadurch beruhigen ließe. Ja, immer mehr Menschen sind sehr sensibilisiert, was Störungen in Atomanlagen angeht.
Und wieder lügen die Aufsichtsbehörden die betroffene Bevölkerung an. Das schreibt jedenfalls die Frankfurter Rundschau:
"Das verseuchte Wasser war zum Teil in der Anlage selbst in den Boden eingedrungen, während eine noch unbekannte Menge in die beiden Flüsse Gaffière und Lauzon und anschließend in die Rhone floss. Die Präfekten der Départements Vaucluse und Drôme untersagten daraufhin die Wasserentnahme sowie das Baden und Fischen in den Gewässern und auch den Betrieb eigener Brunnen in der Gegend, nannten aber keine exakten Strahlungswerte. Auch die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in der Gegend ist bis auf weiteres verboten."
Ich sage nur, Japan lässt grüßen! Was muss denn noch passieren, bis diese Menschheit aufwacht?!
Ist ein Mensch wie Sarkozy noch ernst zu nehmen, der weitere Atommeiler in Frankreich bauen will? Wie lange will er noch weiterhin der erste Atomanbeter sein? Bis ihn die Franzosen ins Endlager für hirnverbrannte abgewählte Präsidenten schicken.
Übrigens, BLICK.ch schreibt:
"Das letzte Kraftwerk, ein sogenannter Schneller Brüter, stellte 2010 den Betrieb ein. Im vergangenen März hatte es einen Zwischenfall in Marcoule gegeben, den die Atomaufsicht nachträglich auf Stufe zwei eingestuft hatte."
Und der BLICK.ch schreibt in einem anderen Artikel:
"Der Ensi-Sprecher hat von Anfang an aber betont: «Die Explosion hat nicht in der Fabrik für MOX-Brennstäbe stattgefunden." MOX-Brennstäbe, bestehend aus einem Uran-Plutonium-Gemisch, werden vom staatlichen Atomkonzern Areva in Marcoule aus Uran-Brennstäben aufbereitet."
Erinnern wir uns, Plutonium ist hochgiftig! Was ist, wenn es bei den MOX-Brennstäben brennt? Aber das ist ja nur ein zu vernachlässigendes Restrisiko ...