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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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Auf ein Neues: Das Gespensterhaus

Pünktlich zum Frühstück meldete sich die alte Freundin wieder, wegen des Gespensterhauses. Ich hatte noch meinen Bissen quer im Mund und mumpfelte: "Du, ich habe ganz wenig Zeit!"

Sie aber war heute offensichtlich schwerhörig und wollte wissen, ob wir in diesem Haus noch andere Sachen erlebt hätten. Das hatten wir, so erzählte ich ihr die Geschichte mit den "Besuchern":

Wir hatten uns eine drahtlose Kamera zugelegt, die konnte die aufgenommenen Bilder über Funk zu einem Empfangsteil senden, das direkt am Laptop angeschlossen war und das Video gleich auf die Festplatte speicherte. Kaum ausgepackt, wollten wir das ausprobieren.

Es war draußen schon dunkel, also platzierten wir die Kamera mit Richtung in den langen dunklen Flur und das Empfangsteil und den Laptop auf den Küchentisch. Dann machte mein Bär einige Probeaufnahmen, stoppte dann die Kamera und wollte sich dann das Video von der Festplatte ansehen.

Zuerst sah er nur das, was er erwartet hatte. Dann stieß er einen Schrei aus: "Kiat, das musst Du unbedingt sehen!" Ich stürzte in die Küche und schaute mit ihm auf den Laptop: da sah ich im Flur weißliche, kegelförmige Figuren hin- und herschweben, etwa einen halben Meter über dem Fußboden. Die Figuren waren etwas über einen Meter groß.

Dann war die Aufnahme zu Ende, mein Bär startete wieder das Abspielprogramm und wir schauten gespannt auf den Schirm. Was war denn das? Die wandernden Figuren waren zwar wieder zu sehen, aber wesentlich schwächer als beim ersten Mal. Das konnte doch nicht sein!

Also wieder das Video von vorne beguckt, jetzt waren diese Figuren kaum noch zu sehen und beim vierten Versuch überhaupt nicht mehr. Offensichtlich wollten diese Figuren von uns nicht gesehen, geschweige denn auf eine Festplatte gespeichert werden.

Das müssen schon gewaltige Intelligenzen gewesen sein, wenn sie so mir nichts, dir nichts die Informationen auf der Festplatte löschen können. Wir jedenfalls waren sehr beeindruckt von diesen "Besuchern", vielleicht waren das gar keine Besucher, sie können ja auch schon vor uns da gewesen sein ... Wer weiß? Jedenfalls können diese "Intelligenzen", was wir Menschen (noch) nicht können, sie löschen digital abgespeicherte Bilder einfach so, ohne aufwändige Programme.

"Das ist alles unheimlich!" meinte meine Freundin, "da werde ich nicht einziehen! Ich suche mir was anderes." Ich: "Wieso unheimlich? Diese Intelligenzen haben uns doch nichts getan. Die wollten halt nicht gesehen werden." Sie: "Du nimmst das immer so leicht! Es fehlt bloß noch, dass bei deinem jetzigen Hof auch schon komische Sachen passiert sind!" Ich: "Stimmt, aber das erzähle ich dir ein anderes Mal, wenn Du willst."

Ich schaute auf die Uhr, es wurde höchste Eisenbahn, ich hatte einen Kundentermin.


(C) Copyright 2004-2008 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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