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12. September 2008 5 12 /09 /September /2008 14:13

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Aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin. Vom Vater habe ich blaue Augen und blonde Haare geerbt, damit war ich ein Fremdkörper in der Sippe der schwarzhaarigen Mongolen.

 Obwohl, viele Mongolen haben heute offenbar vergessen, dass es die Nirun gab, die "Söhne des Lichtes". Der Große Dschinghis Khan war auch ein Nirun[1].

Aber ich fand immer wieder Lehrer, immer dann, wenn ich "reif" dafür war. Mein erster Lehrer war ein sehr alter Seher, dann unterrichtete mich einen ganzen Sommer lang ein uralter buddhistischer Mönch[2], von ihm erfuhr ich viel über Heilpflanzen. Er unterrichtete ganz anders als hier bei den Langnasen: Wenn er mich lehrte, dann fühlte ich, dass ich die Pflanze richtig betasten konnte, ja, ich konnte geradezu in die Pflanze hineinschlüpfen.

Später wurde ich mehrere Jahre lang in einem buddhistischen Kloster unterrichtet. Dieses Kloster wurde auch heimlich von den höheren Offizieren der Roten Armee besucht, deshalb blieb dieses Kloster verschont.

Einer meiner schamanischen Lehrer prophezeite mir, dass Menschen mich immer wieder fortjagen und schwer beleidigen und demütigen werden, weil ich anders bin und wegen meiner Fähigkeiten, die vielen Menschen unheimlich sind. Aber er prophezeite mir auch, dass von allen Menschen, die mir schaden, das Glück weichen wird. Und ich werde einst weit im Westen ein sehr gemischtes Rudel haben, und ich werde immer mehr zur Ruhe kommen[3].

Diese Prophezeiung hat sich erfüllt: heute habe ich in kleinem fränkischen Dorf meinen Ruhepol gefunden, ich führe auf einem Einzelhof meine Naturheilpraxis für Tiere. Zu mir kommen aber auch Menschen, wegen meiner schamanischen Fähigkeiten.

Aber auch in diesem Dorf gibt es Menschen, denen ich fremd bin und die mir schaden wollen. Diese Menschen tun mir leid. Wenn ich zurückblicke, dann hatten Menschen, die mir schwer geschadet haben, kein Glück mehr in diesem ihren Leben. Sie wurden schwer krank und starben. Wie können Menschen nur so dumm sein, einer Schamanin zu schaden?

Ich erinnere mich an die Schwester meines ersten Lehrers, des Sehers: Sie war eine große Magierin! Als ihr Bruder seine letzte Reise angetreten hatte, kam sie mit Begleitern zu unserer Sippe. Da ihr Bruder allein lebte, hätte sein gesamter Besitz verbrannt werden müssen. Aber die gierigen Menschen teilten seinen Besitz unter sich auf. Als die Magierin dies bemerkte, verfluchte sie alle Gers:

Jedes Ger, in dem etwas vom Besitz ihres Bruders lagerte, ging in Flammen auf. Und Feuer ist der schlimmste Feind der Nomaden.

Daran muss ich immer wieder denken, wenn ich in der Zeitung lesen, dass wieder jemand beerdigt wird, der mir früher sehr geschadet, mich beleidigt und gedemütigt hat.

Aber dann sage ich zu mir: Kiat, das kann nicht sein! Kiat, nimm dich nicht zu wichtig!

[1] Kiat Gorina: "Die Schamanin, die keine sein wollte". Seite 9
[2] ebenda Seiten 102ff
[3] ebenda Seite 150

DER AMTSAUSWEIS
Hochgeladen am 14.01.2011 von KiatGorina1


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Kommentare

reiner 06/14/2011 15:41


hahaha! dein amtsausweis ist wirklich spitze! du hast wahrscheinlich mit deinem buch viele neider - es gibt menschen, die gönnen anderen kein bisschen glück :-(


Kiat Gorina 06/14/2011 21:03



Lieber Reiner,


so ist es, Als meim Buch erschien, reduzierte sich plötzlich mein aler Bekanntenkreis. Viele glaubten einfach nicht, dass ich mehrere Sätze hintereinander schreiben könnte - geschweige denn ein
ganzes Buch  Dann gab es Frauen aus dem Dorf, die stellten sich in der Hofeinfahrt auf und krähzen im CHor:
"Wir wollen nicht, dass jemand im Dorf ein Buch schreibt! - Hier hat noch nie einer ein Buch geschrieben! Nur der Pfarrer darf ein Buch schreiben!


Kopfschüttelnde Grüße, Kiat



leila 12/25/2009 22:25


ich finde es gut, dass du deine Artikel überarbeitest! die verweise auf die seiten deines gewaltigen buches finde ich prima!


Kiat Gorina 12/25/2009 22:40


Liebe Leila,

beim Lesen meiner alten Beiträge bin ich immer wieder erstaunt, was ich in der kurzen Zeit alles veröffentlicht habe. Das in deinen Augen mein Buch "gewaltig" ist, das freut mich.

Liebe Grüße, Kiat 


Petra Vorläufer 03/26/2009 08:55

Liebe Kiat,
gute Frage: Was motiviert Menschen anderen Menschen zu schaden? Vielleicht sind es Minderwertigkeitsgefühle und wenn sie andere Menschen schaden, fühlen sie sich selber größer und mächtiger.
Eine Frau hat mal zu mir gesagt: unsere Welt besteht nun mal aus Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, aus Tag und Nacht. Irgendwie gehört das Böse wohl auch dazu, wir haben ja auch Gefühle wie Wut, Trauer, Schmerz, Aggression. Wahrscheinlich ist das bei denen Menschen die andere vernichten wollen nur krankhaft ausgeprägt und bevor sie an sich selber arbeiten, lassen sie es an anderen aus. Dann brauchen sie die mühevolle Arbeit an sich selbst nicht zu tun, sonderen können es auf andere schieben.
Ich glaube daran, daß diese Menschen alle irgendwann mal auf die Schnauze fallen und ihre Arbeit an sich selbst ihnen auch nicht erspart bleibt. Wenn nicht in diesem Leben dann halt im nächsten. Vielleicht braucht man das auch um vollkommen zu werden, das man alles mal erleben muß.
Ich selbsst habe lange gebraucht, bis ich erkannt habe, daß ich selbst meines Glückes Schmied bin.
Wünsch Dir einen lustigen Tag
Kleh

Kiat Gorina 03/26/2009 13:38


Liebe Kleh,

ich stelle immer wieder fest, dass Menschen sehr schnell andere Menschen kritisieren oder ihnen (ungefragt) Ratschläge geben. Das ist ja angenehmer, als bei sich selbst zu analysieren und die
Schwachpunkte zu suchen. Insofern ist ein solches Verhalten einfach ein Ablenkungsmanöver ...

Dann kommt noch die Enttäuschung und die Wut über das eigene verkorkste Leben hinzu. Also brauchen diese Menschen wieder jemanden, auf den sie eindreschen können. Unser Gesellschaftsystem ist ja
darauf aufgebaut, dass die Massen gegeneinander aufgehetzt werden. Die Frage ist: Wer profitiert davon? Meiner Meinung nach sind es die wenigen Suoerreichen und ihre Handlanger.

Ich habe schon anderswo geschrieben, dass es nicht nur das Gute, sondern auch das Böse gibt. Und das Böse sucht sich seine Werkzeuge, auch Menschen. Die meisten sind sich dessen nicht einmal
bewusst. In vielen kleinen Dörfern gab es früher Großbauern, die waren wer. Aber jetzt haben sie ihre Landwirtschaft aufgegeben, die Kinder und Enkel sind an der Landwirtschaft nicht mehr
interessiert. Die Alten sind unzufrieden, sie haben ihr ganzes Leben geschuftet, um "ihre Sache zusammenzuhalten" und müssen nun zusehen, wie die Ställe leer stehen. Da brauchen sie natürlich
Sündenböcke, auf die sie ihre Wut und Enttäuschung abreagieren können.

Und diese Situation wird sich nich verschärfen: Mit der fortshreitenden Krise werden immer mehr Menschen auch in diesen Dörfern arbeitslos. Ich sehe jetzt schon viele junge Männer, die mit zornigen
Gesichtern zu Hause sitzen. Wir befinden uns alle vor gewaltigen Unruhen!

Andererseits könnten diese Menschen es als Chance sehen, an sich zu arbeiten, ihr Leben mit einem neuen Sinn erfüllen und nicht nur materiellen Werten nachlaufen. Aber das ist eine sehr schwierige
Transformation. Ob sie es den Menschen in diesem Leben gelingt, wer weiß. Oder brauchen manche dafür mehrer Reinkarnationen.

Liebe Grüße, Kiat


Petra Vorläufer 03/25/2009 12:57

Hallo Kiat,
wie denkst Du darüber, daß wenn Dir jemand schadet kein Glück mehr hat.
Ich stelle mir das sehr schwer vor.
Grüße
Kleh

Kiat Gorina 03/25/2009 19:54


Liebe Kleh,

das ist eine Prophezeihung, die habe ich nicht ausgesprochen, sondern mehrere Schamanen, die auch meine Lehrer waren. Und wenn ich mein bisheriges Leben zurückgehe, dann zieht sich das wie ein
roter Faden durch.

Ich kann das nicht ändern. Mir tun diese Menschen leid, ich frage mich, was bringt Menschen dazu, anderen Menschen schaden zu wollen. Was motiviert solche Menschen?

Andererseits bin ich selbst fest davon überzeugt, dass es in dieser Welt auch viel Böses gibt. Dieses Böse will einfach nicht, dass sich Gutes durchsetzt. Denke doch nur an unsere Forscher und
Wissenschaftler: sieben von zehn sind mit der Entwicklung von noch effizienteren Waffen und Vernichtungssystemen von Leben beschäftigt.

Und warum? Nur damit eine kleine Clique noch mehr Milliarden anhäufen kann! Wir Menschen könnten das Paradies wuf dieser Erde haben, wenn wir alle unser Potential richtig einsetzen würden. Und wenn
es Menschen gibt, die das in ihrem engeren Umfeld umsetzen wollen, dann werden sie gestört.

Auch von Menschen, die dazu aufgestachelt werden; diese Menschen sind dann Werkzeuge des Bösen, meist wie Zombies. Das Aufhetzen von Menschen aufeinander ist ja ein uraltes Mittel, um
Menschenmassen manipulieren zu können. Wie sagten schon die Römer: DIVDE ET IMPERA!

Zurück zu der Prophezeihung: Ich habe sie nicht ausgesprochen, ich habe das auch nicht entschieden. Also bringt auch das Nachdenken darüber nichts. Ich muss das akzeptieren, so wie andere auch. Ich
kann das nicht ändern.

Aber die betroffenen Menschen haben es in der Hand ...

Liebe Grüße, Kiat


Chilli 10/15/2008 20:50

Hallo Kiat!
Ich habe Deinen Blog durch Zufall entdeckt und er spricht mich sehr an. Ein bißchen beneide ich dich auch, denn du weißt was, bzw. wer du bist.
Ich selbst habe viele Jahre als gläubige Christin gelebt, Menschen geführt, unterrichtet und geholfen. Seit einiger Zeit kann ich das nicht mehr. Es ist nicht so, dass ich meinen Glauben völlig verloren hätte, aber so wie es gewesen ist, kann ich einfach nicht mehr leben.
Seit dem bin ich innerlich einsam und es ist eine Lücke in meinem Leben entstanden, die ich kaum überbrücken kann.
Ich spüre, da " lebt" etwas in mir, will sich zu Wort melden und mit mir mein Leben gestalten, aber ich weiß nicht damit umzugehen, weil ich die Lehren, denen ich jahrelang gefolgt bin, nicht mehr leben kann. Ich habe auch keinen, den ich fragen könnte, ohne entweder für eine Spinnerin gehalten zu werden, oder ich eben genau diese "christlichen" Agumente zu hören bekomme, die ich selbst in und auswendig kann.
Mittlerweile denke ich fast, dass ich damals nur Christin geworden bin, weil das für mich die einzige greifbare Art war, meine Spiritualität, ( wie soll ich´s sonst nennen?), die schon von KIndesbeinen an da war, in einen Rahmen zu packen und zu leben. Ich zweifle an, ob das alles so richtig war / ist!
So bin ich nicht hier und nicht da. Wohin soll man laufen in der Wüste, wenn jede Düne gleich aussieht??
Mir ist schon klar, dass jemand, der auf beiden Seiten rumhumpelt, irgendwann eine Bruchlandung macht. Aber da ist für mich und in mir keine Balance mehr.
Von daher bin ich immer froh, wenn ich einen Mensche kennen lernen darf, der eine greifbare Vorstellung von dem hat, was da neben unserer realen Welt noch ist und wie man da hinein paßt.
Ich wünsche Dir alles alles Liebe und ganz viel Weisheit!

Grüsse

Chilli

Kiat Gorina 10/17/2008 11:39


Liebe Chilli,

deine Worte haben mich sehr berührt. Ich habe auch in deinen Blog geschaut, um mehr über dich zu erfahren. Auf deine geschilderten Probleme ill ich nicht öffentlich antworten. Ich versuche, dir
eine Email zu schicken, damit ich dir persönlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit antworten kann.

Ich schicke dir viel Kraft und Liebe!

Liebe Grüße, Kiat


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