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8. Februar 2009 7 08 /02 /Februar /2009 22:10
Berlin, 03.02.2009, 10:25 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sitzt in seinem Dienst-BMW und hat es eilig: Er soll die Bundeskanzlerin vertreten, Staatsbesuch ist angekündigt, der kasachische Präsident Nasarbajew.

Charlottenstraße: Straßensperre. Ein Polizist hatte die Anweisung, niemand durchzulassen. Er sagt zum Fahrer: "Sicherheitsstufe. Hier ist gesperrt. Hier kommen Sie nicht weiter." Es kommt zum Streit. Der Fahrer sagt dem Polizisten, wer sein Fahrgast sei. Polizist: "Det ist mir schnuppe, hier ist dicht!"

Michael Glos mischt sich ein. Er steigt aus und will die letzten Meter zu Fuß gehen. Er will vom Polizisten den Namen und den seines Vorgesetzten wissen. Und er kündigt an, dass er sich beschweren werde. Und Glos soll gedroht haben: "Sie sind die längste Zeit Polizist gewesen!"

Dann soll der Dienst-BMW über den Fuß des Polizisten gefahren sein ...

Ob es sich wirklich so zugetragen hat? Wer weiß? Fakt ist jedenfalls:

Der Streifenpolizist wurde nach dem Vorfall am Dienstag ambulant im Krankenhaus behandelt und war auch am Donnerstag noch dienstunfähig, wie Polizeisprecher Bernhard Schodrowski der AP sagte.

Michael Glos schrieb quasi eine Entschuldigung an den Polizisten: "Unser gestriges Zusammentreffen an der Zufahrtskontrolle (...) stand leider unter keinem guten Stern. Sie hatten Ihre Anweisungen, die Sie auftragsgemäß befolgt haben. Ich wiederum war in Eile, denn meine Aufgabe war es, Präsident Nasarbajew in Stellvertretung der Bundeskanzlerin zum empfangen. Insofern war für mich Ihre Weigerung, uns passieren zu lassen, in diesem Moment nur schwer verständlich. Falls ich unwirsch reagiert haben sollte, bedauere ich dies. Mein Ärger ist inzwischen verraucht. Ich hoffe auch Sie tragen mir die unglückliche Situation (...) nicht nach"

Ob es sich da der Bundesminister nicht zu einfach macht? Die Gewerkschaft der Polizei sieht es anders. Der Landesbezirksvorsitzende Eberhard Schönberg: "Derartige Entgleisungen von Politikern und ihrer Kraftfahrer sind nicht hinnehmbar. Für sie gelten dieselben Gesetze wie für alle Menschen in unserem Land. Sie sind nichts Besonderes, wenn sie das auch glauben."

Wo er Recht hat, hat er Recht!


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Kommentare

reiner 02/09/2009 15:06

also ich glaub schon, dass glos einen ausraster hatte. er hat ja auch den brief geschrieben. ich habe den gelernten müllermeister aus ochsenfurt schon öfter liver erlebt, er kann ganz schön poltern. und jetzt das theater um den rücktritt! eine richtige farce!

Kiat Gorina 02/09/2009 22:42


Lieber Reiner,

das denke ich auch! Und um von diesem Fehlverhalten abzulenken, wird der Wirbel mit dem Rücktritt verabstaltet. Irgendwie ist das alles unglaubwürdig ...

Liebe Grüße, Kiat


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