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Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.

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AEK und die Bundeskanzlerin

Heute kam eine Bekannte vorbei, sie machte mit ihrem Mann einen Adventsausflug. Lachend sagte sie zu mir: "Ich wette, dass du nicht weiß, was AEK bedeutet?"

"AEK? AEV, das wüsste ich, aber AEK? Du wirst es mir gleich erzählen."

"Arbeitskreis engagierter Katholiken! Stell dir vor, wir waren heute in der Messe und der Pfarrer hat den AEK in die Fürbitten aufgenommen!"

"O, dann wird es eng für die Bundeskanzlerin! Wenn das Schule macht, dann reden immer mehr über die asozialen Vorhaben der schwarzgelben Regierung, und das vor Weihnachten!"

"Nach dem Gottesdienst haben wir mit dem Pfarrer geredet,  er hat auch noch extra darauf hingewiesen, dass Frau Merkel einst den Heiligen Vater kritisiert hat."

"Ja, daran erinnere ich mich, da hat sie den Papst bei der Sache mit den Pius-Brüdern öffentlicht kritisiert."

"Und was meinst du dazu?"

"Ja, wenn du mein Buch gelesen hast, dann weißt du, dass zu meiner Zeit in der Mongolei Religionsfreiheit herrschte. Dafür bin ich immer noch. Und deshalb halte ich es für unklug, dass die Bundeskanzlerin das Oberhaupt einer Kirche öffentlich kritisiert."

"Das hätte ich nicht von dir gedacht! Ich habe immer gedacht, du bist gegen den Papst?"

"Nein, wie sollte ich. Er ist das geistige Oberhaupt der katholischen Kirche. Wieso sollte ich persönlich etwas gegen ihn haben? Damit würde ich ja diese Gläubigen beleidigen."

"Aber du bist doch aus der Kirche ausgetreten?"

"Aus der evangelischen, wohlgemerkt. Und das nicht aus religiösen Gründen, sondern weil sich sogenannte Gläubige der evangelischen Gemeinde sich bei dem evangelischen Pfarrer über mich beschwert hatten. Angeblich hätten sie Angst vor mir. Und da hat dieser Pfarrer tatsächlich mir empfohlen wegzuziehen, damit wieder Ruhe in seine Gemeinde einkehre."

"Das hat der wirklich gesagt? Das ist ja ein starkes Stück!"

"Das finde ich auch! Und deshalb bin ich am nächsten Tag ins Rathaus, habe 31 EUR gezahlt und bin aus der Kirche ausgetreten. Mit einer Organisation, deren Vertreter nicht auf dem Boden der Verfassung stehen, will ich nichts zu tun haben. Du siehst, mein Kirchenaustritt hat rein weltliche Gründe."

"Und was hältst du von einem solchen Arbeitskreis?"

"Es ist bestimmt in der jetzigen Zeit sehr wichtig, wenn sich Kirchen wieder auf ihre sozialen Wurzeln zurückbesinnen. Und die CDU hat ja bei der letzten Bundestagswahl viele Stimmen von Katholiken verloren. Das sollte Frau Merkel zu denken geben. Außerdem haben die Evangelischen bereits einen EAK, einen evangelischen Arbeitskreis, der viele Privilegien genießt, weil die derzeitige Bundeskanzlerin protestantisch ist. Dann ist es wohl recht und billig, wenn die Katholiken auch einen Arbeitskreis haben."

"Das hätte ich nicht von dir gedacht, dass du so tolerant bist."

"Naja, tolerant ist vielleicht nicht das richtige Wort. Das bedeutet ja dulden. Ich bin mehr für Akzeptanz, dass jede Religion von andern nicht nur geduldet, sondern auch akzeptiert wird. Über die Religion eines Menschen zu diskutieren halte ich nicht für sinnvoll, wir alle sind mit unserer Geburt in ein religiöses Umfeld hineingeboren, das wir nicht so ohne weiteres abschütteln können."

"Es wäre sicher interessant, wenn unser Pfarrer und du mal mit einander diskutieren würden."

"Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es unter den katholischen Pfarrern welche gibt, die offener sind als ihre protestantischen Kollegen. Ich kenne da eine Frau, die ist bekennende Hexe und sprach darüber mit ihrem katholischen Pfarrer. Einmal traf sie den Pfarrer im Supermarkt und hatte ein großes Pentagramm umgehängt. Das zeigte sie dem Pfarrer: Sehen Sie, ich bin Hexe, eigentlich müsste ich aus der Kirche austreten! Ich in ja Heidin! Der Pfarrer schüttelte den Kopf, nein, deswegen müsse sie nicht aus der Kirche austreten. Die Kassiererin bekam Trichterohren. Als der Pfarrer weg war, fragte die Kassiererin: Stimmt es, dass Sie Heidin sind? Die Frau nickte. Die Kassiererin: Dann sind sie also protestantisch?!"
(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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M
<br /> Hallo Kiat,<br /> ja das ist richtig. Meine Eltern sind 'streng evangelisch', aber sie interessieren sich jetzt auch ein bischen für Verschwörungstheorien um die Rollen von Qumran und die Essener und meine Mutter<br /> macht sogar Yoga neuerdings!<br /> :-) mathilde<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Mathilde,<br /> <br /> das finde ich toll, dass du deine Mutter zu Yoga gebracht hast. Allein schon die Atemübungen bringen sehr viel. Und Qumran und Essener sind ja Themen, die gerade Christen interessieren sollten. Vor<br /> allem die Tatsache, wie lange es gebraucht hat, bis die Öffentlichkeit davon erfuhr-<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />
M
<br /> Kann schon sein, dass evangelische weniger Tolerant sind. Wobei Katholiken gegenüber Protestenten weniger tolerant sind, als umgekehrt, laut meiner Beobachtung im Südwesten von D.<br /> <br /> Die offizielle Sektenpolizei in D ist zumindest evangelisch (die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen). Diese hält zum Beispiel auch Ravi Shankar für latent gefährlich. Und<br /> natürlich Osho.<br /> Stören tut mich an denen nur, dass sie oft einen Ton anschlagen, als könntensie ganz gut urteilen über die diversen Weltanschauungen, die es halt so gibt. Persönlich halte ich ja Protestantismus<br /> für gefährlich: wegen krankhafter Überhöhung der Rationalität (und einer überproportionalen Nutzung der rechten Gehirnhälfte). LG mathilde :-)<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> Liebe Mathilde,<br /> <br /> Ravi Shankar muss ja höchst gefährlich sein, er spielt ja auf keiner Orgel  Deine Beurteilung des Protestantismus und<br /> die Feststellung, dass dort die Gehirnhälften ungleichmäßig genützt werden, das hat schon was <br /> <br /> Nur möchte ich eine persönliche Erfahrung weitergeben: sowohl bei den Protestanten als auch bei den Katholiken habe ich Menschen gefunden, die anders sind und die sich menschlich verhalten. Und das<br /> ist gut so! <br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat <br /> <br /> <br />
P
<br /> Tja - da MUSS ich jetzt was dazu sagen.... Ich bin bei zeugen aufgewachsen und habe mir meine eigene "Religion" geschaffen! Ich glaube es gibt jemand der über uns wacht - es muss nicht einer sein -<br /> und er /sie muss nicht alleine sein - dem es egal ist wie wir ihn nennen! Egal ob ich danke oder bitte sage, ob ich nun mich "katholisch", "muslimisch" oder "evangelisch" oder wie auch immer nenne,<br /> ich versuche Regeln einzuhalten die in fast allen Religionen gleich sind. In unseren Religionen nennt man sie "gebote". Und in dem Punkt bin ich echt seltsam, wir sollten uns alle gegenseitig<br /> respektieren - ohne Unterscheidungen ob evangelisch / Katholisch / wie auch immer?<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Antwort findet ihr HIER<br /> <br /> <br /> <br />
F
<br /> ertappt kiat ^^<br /> <br /> <br />
Antworten
H
<br /> Da hast du mich etwas missverstanden, der Papst meinte damals, nicht das Protestanten keine Katoliken sind (wäre ja logisch) sondern dass sie keine Christen sind. Was schon ein Unterschied ist und<br /> einige Proteste hervorrief.<br /> <br /> liebe Grüße<br /> Heike<br /> <br /> <br />
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K
<br /> Liebe Heike,<br /> <br /> stimmt, da habe ich zu schnell gelesen und noch schneller geschrieben.<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />