Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Derzeit wird deutschlandweit gesucht. Was denn? Das Endlager! Was für ein Endlager? Eines für politische Auslaufmodelle? Nein, da gibt es schon eines, das heißt Europäische Union. Da schicken die EU-Länder Leutchen hin, die sie im eigenen Land nicht mehr brauchen. Auch die Kanzlerin macht davon Gebrauch.
Beispielsweise hat sie den früheren schwäbischen Ministerpräsidenten Oettinger nach Brüssel geschickt - vielleicht auch um Brüssel mit seiner schwäbischen Variante von Englisch zu erfreuen. Und sie hiefte ohne demokratische Wahlen den Mappus auf den Ministerpräsidententhron - aber der konnte sich nicht lange halten und wurde bei der nächsten Gelegenheit abgewählt.
Und sie bekam einen Grünen als Nachfolger. Da hat sie sich wohl verrechnet. Aber zurück zum Endlager! Für atomaren Müll. Aber da gibt es doch ein Lager - Gorleben! Reicht das nicht? Das ist aber kein Endlager - das gilt nur als Zwischenlager genehmigt.
Und wieso karrt die Atomindustrie ihren Müll regelmäßig nach Gorleben? Tja, um Fakten zu schaffen: Wenn soviel Atommüll in Gorleben ausgekippt ist, dann lagert da genügend Atommüll, um aus dem behördlich genehmigten Zwischenlager ein behördlich genehmigtes Endlager zu machen. Das bedarf nur einer Unterschrift.
Aber Gorleben soll ja so unsicher sein! Das eignet sich doch gar nicht zum Endlager. Na und? Bei Asse wussten wir doch auch, dass Asse nicht für die Endlagerung taugt. Aber trotzdem wurden da kreuz und quer Atomfässer reingekippt, da weiß heute keiner mehr, was da alles sich angesammelt hat. Und die Fässer sind derart marode, dass sie keiner mehr anfassen mag. Also bleiben sie unten - für immer.
Natürlich nicht für immer, sie lösen sich in ihre Bestandteile auf und strahlen vor sich hin. Und das eindringende Salzwasser verteilt dann die radioaktiven Stoffe - andere sollen auch etwas davon haben - schließlich gilt in Deutschland das Gleichbehandlungsprinzip.
Ja, das Gleichbehandlungsprinzip, das muss eingehalten werden. Deshalb wird es ein rollendes Endlager geben. Nach dem rotierenden System. Wie beim Bundesrat, da führt ja alle sechs Monate ein anderer Ministerpräsident den Vorsitz. Und so wird es beim Endlager aussehen. Der atomare Müll wird auf der Schiene durch Deutschland gefahren, er bleibt dann ein halbes Jahr in einem Bundesland, und dann wird er ins nächste Bundesland gefahren.
Dann wird jedes Bundesland gleich behandelt. Und damit das Grundgesetz beachtet. Und die radioaktive Strahlung wird schön gleichmäßig über Deutschland verteilt. Dann wird auch kein Land benachteiligt oder bevorzugt. Das ist doch dann gerecht.
Jetzt wissen wir auch, wieso die Deusche Bahn ihre großen Bahnhöfe verbuddeln will - wie beim unterirdischen Monsterbahnhof S21 in Stuttgart. Ja, die Bahn schafft freie Flächen für die Zwischenlagerungen der Castorbehälter.
Aber da sollen doch Einkaufszentren gebaut werden. Stimmt, die strahlenden Castorbehälter eignen sich doch hervorragend zur Bestrahlung von Gemüse und Meeresfrüchten, dann sind sie länger haltbar.
Und in der Medizin wird ja auch immer öfter bestrahlt - also werden in der Nähe der Castorbehälter medizinische Versorgungszentren gebaut.
Das hat auch noch einen anderen Vorteil: Die Atomindustrie darf dann wieder ihre alten Atommeiler anwerfen, weil Strom aus Wind und Sonne längst nicht ausreicht - und wenn die Frage um die Endlagerung gelöst ist, dann kommt es auf ein bisschen mehr an atomaren Müll nicht an.
Ja, da werden wir erkennen, welch einen Weitblick damals der Vater der heutigen Arbeitsministerin hatte, als er Gorleben als atomares Zwischenlager auswählte.