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20. Juli 2014 7 20 /07 /Juli /2014 16:57

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http://1.bp.blogspot.com/-pq5MG-QOLzo/UyICBMTOZMI/AAAAAAAABHs/SQzhhaOpXv4/s1600/_sozialschmarotzer.jpgIn München gibt es viele Häuser - auch ein "Freigängerhaus". In der Leonrodstraße. In der Justizvollzugsanstalt Stadelheim. Da sitzt derzeit auch ein früherer Vorstand der Bayerischen Landesbank ein, Gerhard G. Er war im Juni 2012 zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, unter anderem wegen Bestechlichkeit in Tateinheit mit Untreue und Tatmehrheit mit Steuerhinterziehung. 

Er sitzt im Freigängerhaus - nur nachts. Tagsüber muss er einer regelmäßigen Arbeit nachgehen - so will es § 11 StVollzG - außerhalb der Anstalt - ohne Aufsicht. Wie der brasilianische Verteidiger Breno, er war im Juli 2012 zu drei Jahren und neun Monaten Haft verureilt worden - wegen Brandstiftung. Ab August 2013 ist er Freigänger, tagsüber arbeitet er regelmäßig als Trainer für die U23-Mannschaft. 

Da kommt doch die Frage auf: Kann nicht Uli H. Freigänger werden? Fragen wir doch mal das zuständige Gesetz, den § 11 StVollzG: Freigang fällt unter die Lockerungen des Vollzuges. Der Häftling muss drei Voraussetzungen erfüllen:

  1. Er muss dem Freigang zustimmen. Das wird nicht so schwierig sein.
  2. Es darf keine Fluchtgefahr bestehen. Wohin soll Uli H. fliehen? Er ist doch weltbekannt. Da wird er überall gleich erkannt ...
  3. Ein Missbrach des Freigangs darf nicht zu befürchten sein. Vor allem keine Wiederholung der Straftat, in diesem Fall Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euronen Steuern.

Uli H. hat ja Anwälte, die werden das Gericht schon überzeugen, dass die Voraussetzungen alle erfüllt sind. Und es gibt auch den § 13 StVollzG, da steht drin, dass der Häftling achtzehn Monate vor der Entlassung auf Freigang hoffen kann. Und das wäre dann ab September 2014.

Aber hallo, Uli H. ist doch zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt! Na und, das passt doch. Nach deutschem Recht kann eine Haftstraße  - bei guter Führung - zur Hälfte auf Bewährung ausgesetzt werden. Also März 2016.

Da wird sich Uli H. aber freuen - zum September 2014 zieht er um ins Freigängerhaus in Stadelheim, morgens verlässt er das Freigängerhaus und geht einer regelmäßigen Arbeit nach. Und abends kehrt er in seine Zelle im Freigängerhaus zurück und übernachtet dort - wie andere auch.

Mit dieser Art Haft sühnt er dann er die Hinterziehung von über 28 Millionen Euronen Steuern. Ist das nicht gerecht? Und ab März 2016 wird seine Haftstraße auf Bewährung ausgesetzt. Dann braucht er auch nicht mehr im Freigängerhaus zu übernachten.

Was lernen wir daraus? Wenn du Steuern hinterziehen willst, dann mach das im ganz großen Stil, ja keine Kleckerlesbeträge! 

Mithäftling berichtet: So lebt Uli Hoeneß in der JVA Landsberg
Veröffentlicht am 16.07.2014 von NewsGermany

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Published by Kiat Gorina - in GLOSSE
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Kommentare

Caren Engelbrecht 07/21/2014 10:36


Die tz veröffentlichte einen ausführlichen Bericht über die Haft light von Hoeneß:
http://www.tz.de/sport/fc-bayern/uli-hoeness-leben-im-knast-sonderrechte-kein-kontakt-haeftlingen-tz-3673084.html

Kiat Gorina 07/21/2014 11:15



Wahnsinn, was der Hoeneß für eine Sonderbehandlung erfährt 



Charles Tinker 07/21/2014 10:33


Ich verstehe nicht, wieso Hoeneß in der Haft abgeschottet wird. In Landsberg sitzen viele Anhänger des FC, da wäre Honeß der King. Da sitzen auch Hooligans, die könnten besser auf Hoeneß
aufpassen als andere!

Kiat Gorina 07/21/2014 11:13







Peter Goonengerry 07/21/2014 10:31


Die Grünen haben vor dem Verfassungsgerichtshof geklagt. Die bayerische Regierung verweigerte zum Fall Hoeneß Auskünfte. Also stinkt dieser Fall!
http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Fall-Uli-Hoeness-Gruene-klagen-gegen-bayerische-Staatsregierung-id30628237.html

Kiat Gorina 07/21/2014 11:12



Hoffentlich erhalten die Grünen Recht und dann eine erschöpfende Anwort 



Wolf-Dieter Schmidt 07/21/2014 10:29


Das war wirklich ein Deal. Außerdem hat Hoeneß beim Prozess nicht kooperiert und die Karten auf den Tisch gelegt. Er hat abgewartet, was die Staatsanwaltschaft herausfindet. Zur wahren Höhe der
Steuerhinterziehung hat er nichts beigetragen. Und dafür bekam er ein sehr mildes Urteil. In der Haft wird ihm täglich eine Extrawurst gebraten! Das ist wohl bayerische Gerechtigkeit!

Kiat Gorina 07/21/2014 11:10







Angelika Katterbach 07/21/2014 10:26


Gerüchte melden, dass der künftige Freigänger H. Bürochef in der Sabener Straße wird. Und in Bad Wiessee gibt es ein Häuschen, das wird  zur Außenstelle des Freigängerhauses von Stadelheim
erklärt, da darf dann der Häftling H. nächtigen :-))

Kiat Gorina 07/21/2014 11:07







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