Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
6. Juni 2013 4 06 /06 /Juni /2013 19:10

TRANSLATE

Da sprachen mich Kunden an, sie machten sich Sorgen um ihre Kater. Sie husteten sehr stark. Da fragten sie mich, ob sie käuflichen Spitzwegerich-Sirup ihren Katern geben dürfen. Ich: "Ja, wenn im Sirup kein Alkohol enthalten ist!" - Gegenfrage: "Woher wissen wir das?" - Ich: "Das muss auf der Verpackung stehen."

Sie schleppten die Verpackung an. Aha: da stand zu lesen: "20 % Ethanol" - also für Katzen denkbar ungeeignet. Alkohol ist tödlich für Katzen! Erschrocken schauten sie mich an - offensichtlich hatten sie diesen Sirup schon an ihre Kater verfüttert! "Was machen wir da?" wollten sie von mir wissen.

Ich erwiderte nur kurz angebunden: "Spitzwegerich pflücken und daraus Sirup kochen - ohne Alkohol!" Natürlich kamen die Fragen: "Ist das schwierig? Wo finden wir Spitzwegerich! Wie kochen wir den Sirup?" Also was machte ich? Ich setzte mich hin und schrieb ein Rezept auf:

Zutaten:

  • 25 Gramm Spitzwegerich-Blätter und -Blüten
  • ein halber Liter Wasser
  • ein Fünftelliter Honig - am besten Waldhonig

Das ist alles! Wirklich? stand in den Gesichtern geschrieben. Keine Wirkstoffe? Leute, die Wirkstoffe sind im Spitzwegerich enthalten! Dann schrieb ich weiter:

Zubereitung:

  1. Blätter und Blüten des Spitzwegerich in einen Topf legen und mit Wasser übergießen.
  2. Kurz aufkochen und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen.
  3. Den Sud durch ein Sieb in einen zweiten Topf abseihen.
  4. Diesen Sud aufkochen lassen und auf die Hälfte einkochen.
  5. Dann muss dieser Sud abkühlen, bis er Körpertemperatur erreicht hat - auf keinen Fall wärmer als 40 Grad.
  6. Jetzt lassen wir langsam den Honig einträufeln und rühren immer wieder um, bis der Honig sich vollständig gelöst hat.
  7. Diese Sud-Honig-Mischung muss abkühlen.
  8. Jetzt können wir diesen Sirup in Flaschen gießen - mit einem Trichter geht es leichter.
  9. Diese Flasche verschließen und stets kühl aufbewahren.

"Und wieviel sollen wir geben" - "Nach Bedarf einen Teelöffel!"

Die Frau des Hauses meinte: "Das ist ja sehr einfach! Funktioniert das wirklich?" Ich: "Bestimmt! Probiert es aus!"

Auf der Fahrt nach Hause ließ ich alles noch Revue passieren: WIe unselbständig sind viele Menschen geworden?! Viele vertrauen nur auf industriell hergestellte Mittel! Mittel, bei denen niemand so richtig weiß, was da noch so enthalten ist!

Und wer nicht weiß, wie der Soitzwegerich ausschaut, werfe einen Blick in WIkipedia:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ed/Spitzwegerich_%28Plantago_lanceolata%29.jpg/220px-Spitzwegerich_%28Plantago_lanceolata%29.jpg 

Und immer wieder werde ich gefragt: "Dürfen wir selbst solche Heilmittel herstellen?" Natürlich dürfen wir das! Nur wir dürfen damit nicht handeln und Geschäfte machen! Gewiss sind solche Mittel der Pharmaindustrie ein Dorn im Auge: erstens, weil selbsthergestellte Mittel oft besonders gut wirken und zweitens, weil damit weder Industrie noch Großhandel noch Apotheke Geschäfte damit machen!

Noch einen Tipp: Spitzwegerich hilft auch gegen Insektenstiche:

Spitzwegerich
ochgeladen am 03.07.2011 von Grille Roth

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentare

Philip 04/07/2014 21:24


Sehr schöne Sirup-Idee, sieht lecker und nachahmenswert aus. :)
Wir machen auch einen, den Heideblütensirup. Der ist ein wenig anders, als hier. Er ist aus Heideblüten gemacht und eine lokale Spezialität der Lüneburger Heide:
http://www.heidecuisine.de/produkt/heidebluetensirup
Vielleicht findet Ihr das ja interessant. :)

Kiat Gorina 04/08/2014 01:54



Hört sich interessant an 



Heike 07/10/2013 12:24


Danke für den Hinweiss Kiat, werde mir das raus Kopieren. Ist aber nicht ganz das was ich meinte, in den Buch geht es um Chinseische Heilkräuter-Mischungen die oft als Tinktur verkauft werden.
Nicht um Homöophatie.

Kiat Gorina 07/10/2013 19:06



Das habe ich dann missverstanden 



Heike 07/10/2013 09:29


Ich hätte da mal eine Frage Kiat, ich lese zur Zeit in einen Buch "TCM bei Hunde und Katzen" und finde  Hinweise auf die Aufbereitung von Tinkturen. Mein Problem, immer wieder soll man so
und so viel Tropfen von der Urtinktur auf eine bestimmte Menge ml destilierten Wasser geben? Irgendwie komme ich damit nicht klar?! Kannst du mir Aufklärung geben?


 


Liebe Grüße


Heike

Kiat Gorina 07/10/2013 09:59



Zunächst einmal musst du dich entscheiden, ob du D- oder C- oder LM-Potenzen herstellen willst. Nehmen wir einmal D-Potenzen: Dann musst du folgende Schritte durchführen:


Nimm 10 Tropfen destilliertes Wasser und 1 Tropfen Urtinktur und verschüttle diese Mischung: Dann hast du die Potenz D1.

Dann lässt du 10 Tropfen Aqua dest. in ein anderes Gefäß tropfen und 1 Tropfen von der D1-Mischung, dann erhältst du D2.

Für die D3 brauchst du wieder 10 Tropfen Aqua dest. und 1 Tropfen der D2 usw. 



Wichtig ist nur das Verhältnis 10:1 und das Verschütteln!


Wenn du größere Mengen brauchst, dann nimmst du bei jedem Schritt beispielsweise 100 Tropfen Aqua dest. und 10 Tropfen der Mischung aus dem vorhergehenden Schritt.


Bei C-Potenzen ist das Verhältnis 100:1, und bei LM-Potenzen gar 50.00:1.


In Deutschland wird meist mit D-Potenzen gearbeitet, Hanhenmann selbst nahm anfangs C-Potenzen und im Alter LM-Potenzen. Engländer und Franzosen nehmen als Standard-Potenz meist die C30.


Meine persönliche Erfahrung ist die, dass es weniger auf die Potenz, als auf das Mittel ankommt. Ich weiß, jetzt werden mich klassische "Homöopathen" steinigen ...


Die Engländer sind ja praktisch veranlagt. Zum Verschütteln nehmen sie Reagenzgläser. Und zum Verschütteln eine handbetriebene "Maschine":


Die besteht aus einer Achse mit einer exzentrischen Scheibe und hat eine Handkurbel. Über der Scheibe befindet sich eine Fassung, in der ein Reagenzglas gesteckt werden kann. Dann wird gekurbelt,
das Reagenzglas wird geschüttelt ...


So ein Maschinchen lässt sich sehr leicht aus Holz bauen und ist sehr praktisch.


Und wenn du beim Basteln bist, dann bastle auch einen Ständer für Reagenzgläser. Dann behältst du den Überblick über die bereits verschüttelten Potenzen.


 



Tanja 07/10/2013 09:18


@ishkaria: Also, mein Kater hat es sehr gut vertragen. Bei Kiats Rezept ist kein Eukalyptus enthalten. Alkohol auch nicht, Kiat betont ja immer wieder, dass Alkohol für Katzen tödlich ist!

Kiat Gorina 07/10/2013 09:27



Enthalten ätherische Öle Terpene und Phenole, dann sind diese Öle für eine Katze giftig! In diesem Sinne ist Thymian genauso giftig wie Eukalyptus!



Ishkaria 07/10/2013 01:10


Nur ein kleiner Hinweis:


für Allergiker ist Spitzwegerich nur in Ausnahmefällen geeignet, da er (wie auch Kamille) hochgradig allergieauslösend ist. Katzen dagegen sind sehr empfindlich gegen Eukalyptus, das ist für
Katzen giftig.


 


Was ebenfalls gut gegen Husten hilft, ist Thymian und/oder Salbei - als Teeaufguss, mit Honig gesüsst (Honig bitte erst zugeben, wenn der Tee Körpertemperatur hat). Thymian-Salbei-Tee hilft auch
Pferden bei Lungenerkrankungen, sofern sie nicht zu weit fortgeschritten sind. Salbei ist entzündungshemmend und antibiotisch, Thymian hilft beim abhusten und lindert den Hustenreiz.

Kiat Gorina 07/10/2013 07:22



Vielen Dank für deine Hinweise! Thymian wurde ja 2006 zur Arzneipflanze des Jahres gwählt (Universität Würzburg). Bei Salbei sollten wir drauf achten, dass wir den Echten Salbei (Salvia
officinalis) verwenden, nicht den Wiesensalbei, der besitzt kaum ätherische Öle.



Über Diesen Blog

  • : Blog von Kiat Gorina
  • Blog von Kiat Gorina
  • : Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
  • Kontakt

Suchen