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12. August 2011 5 12 /08 /August /2011 23:49

Heute rief mich wieder eine alte Freundin aus der Studienzeit an. Sie war gestern bei ihrer Heilpraltikerin, so richtig zufrieden war sie nicht mit ihr. Vor allem, nachdem sie erfahren hatte, dass ich überhaupt kein Geheimnis daraus mache, wenn ich jemandem ein homöopathisches Mittel empfehle.

Ihre Heilpraktikerin dagegen weigerte sich, die genauen Mittel zu nennen. Ja schlimmer noch, sie verkaufte ihr kleine Glasröhrchen, gefüllt mit Globuli, die sie angeblich aus Österreich beziehe. Ich hatte meiner Freundin schon mehrmals gesagt, das sei Quatsch!

Als mal meine Freundin sich getraute, ihre Heilpraktikerin zu fragen, welche Mittel sie ihr verkauft, meinte sie: "Das ist mein Geheimnis, das dürfen Sie nicht wissen, weil sonst der Heilungsprozess gestört wird!"

Als dies mir meine Freundin erzählte, meinte ich nur: "Ja, der Heilungsprozess ihres Geldbeutels." Meine Freundin: "Du bist wieder sehr direkt!" Ist doch wahr! In der Homöopathie gibt es doch keine Geheimnisse! Ja, auch die Herstellung der Mittel ist kein Geheimnis. Im Gegenteil: Jeder Herstellungsschritt ist vorgeschrieben. 

Und auch die Arzneimittelprüfungen müssen dokumentiert sein. Leider habe ich festgestellt, dass manche Heilpraktiker einfach ihren Patienten nicht sagen, welche Mittel sie verordnen. Ich sprach mal einen Heilpraktiker darauf an, er meinte: "Ich bin doch nicht blöd, wenn die Leute dann wissen, was ich ihnen gegeben habe, dann besorgen sie sich das dann selbst im Internet und ich mache kein Geschäft mehr!"

Schade, also auch bei der alternativen Medizin geht es nur ums Geschäft! Eine andere Heilpraktikerin weigert sich auch, die Mittel zu nennen. Ihrer Begründung: "Wenn die Patienten wissen, welche Mittel sie nehmen sollen, dann schauen sie im Internet nach und werden verrückt, und dann werfen sie die Mittel weg! Und kommen nicht wieder!"

Also, das habe ich selbst noch nie erlebt. Wenn ich jemandem etwas empfehle, dann versuche ich das immer zu erklären. Und zwar so, dass es die Menschen verstehen. Und ich mache nie ein Geheimnis, um welches Mittel es sich handelt. Ich handle nicht mit homöopathischen Mitteln, ich sage den Menschen, wie sie heißen, in welcher Dareichungsform es sie gibt, in welcher Potenz und wie sie sie nehmen sollen. Kaufen müssen sie diese Mittel selbst. 

Und wenn ich feststelle, dass nur eine selbst zubereitete Nosode helfen kann, dann mache ich das mit dem Menschen zusammen. Ich erkläre ihm, was und warum er machen muss. Damit habe ich die gesetzlichen Regelungen zum Dispensierrecht umgangen. Das ist dann genauso, als wenn der Mensch ein HAB-Buch (Hömöopathisches Arzneibuch) liest und danach das Mittel selbst     herstellt. 

Ja, und dann habe ich noch von einem Fall gehört: Eine Frau war mal einmal zu Besuch und erzählte mir, dass sie zu einem Heilpraktiker geht, er steckt ihr eine Ohrkerze ins Ohr. Er arbeitet angeblich mit "geweihten" Ohrkerzen, die er sich aus Polen schicken lasse. Und deshalb seien diese Kerzen so teuer, 75 Euronen das Stück! 

Ich dachte mir mein Teil und suchte nach einem Katalog und zeigte der Frau die Angebote - auch von Ohrkerzen. Ihr blieb der Mund offen, als sie die niedrigen Preise las! "Aber die sind nicht geweiht!" meinte sie dann - etwas verunsichert.

Einige Zeit später besuchte sie mich wieder: "Stell dir vor, heute war ich bei dem Heilpraktiker, da kam der Paketdienst und er musste aus dem Behandlungszimmer und ließ die Tür zum Nebenraum einen Spalt offen. Ich schaute durch den Spalt und sah auf einem Tisch einen Karton mit der Aufschrift von der Firma, wo man Ohrkerzen bestellen kann! Ja, und auf dem Tisch lagen ein paar ausgepackte Ohrkerzen, die sahen genauso aus, wie die, die er mir immer ins Ohr steckt. Meinst du, seine Kerzen sind gar nicht geweiht?"

"Da kannst du sicher sein! Das ist doch nur ein Trick, die Preise in die Höhe zu treiben!"

Sie schluckte und fragte: "Behandelst du auch mit Ohrkerzen!"

"Nein, ich halte nichts davon!"

"Aber das ist doch eine alte Behandlungskunst der Hopi-Indianer!"

Ich lächelte: "So alt kann diese Behandlung mit Ohrkerzen nicht sein, da erst seit 1990 hierzulande diese Ohrkerzen aufkamen. Und es gibt keinerlei Belege dafür, dass die Hopi-Indianer schon früher damit behandelt haben! Und mit Ohrkerzen kann einiges passieren, so kann Bienenwachs in den Gehörgang tropfen usw."

"Aber was mache ich gegen meinen Tinnitus?"

"Ist er nach einer Ohrkerze verschwunden?"

"Nein, der Heilpraktiker meinte, das braucht seine Zeit, mindestens zwanzig Behandlungen! Aber das ist mir zu teuer! Was machst du gegen Tinnitus?"

"Hast du eine Stunde Zeit?"

Sie nickte. Dann "behandelte" ich sie, sie wurde müde - das ist immer ein gutes Zeichen. Sie nickte sogar ein. Dann sagte ich zu ihr: "Du kannst aufwachen. Wir sind fertig." Sie öffnete die Augen und dann sagte sie erstaunt: "Das Geräusch ist weg!" Ich schrieb ihr dann noch etwas auf, was die Durchblutung fördert. Und sie ging ganz erfreut.

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Kommentare

K

ich habe ja immer gefühlt, dass das mit den ohrkerzen betrug ist


Antworten
K


Das freut mich für dich, ich kenne einige, die wollen das nicht glauben und geben viel Geld aus für diese Ohrkerzen. Ich lasse sie dann in ihrem Glauben und sage mir: Des Menschen Wille ist sein
Himmelreich!



D

Vielen Dank meine Guten *freuundhinundherhüpf*

Habt alle einen gemütlichen Abend
Eure Deva


Antworten
K


Dir auch!



D

Danke Kiat *freu*
Aber wenn man es entdeckt hat, ist das sehr viel Wert.
Schlimmer war es es nicht zu wissen und mit den
Beschwerden zu leben. Ein Berater der Zöliakiegesellschaft
in Stuttgart meinte mal am Telefon, daß die Meisten
Unentdeckten gar nicht leistungsfähig sind und auch
keine guten Schulabschlüsse haben. Davon bin ich
komischerweise als Kind nicht betroffen gewesen, obwohl
ich in der Schule immer viel gedöst habe. Da hatte ich
schon von irgendwoher Hilfe.

Du hast Recht. Ich lebe nicht nur gesünder, sondern
auch fröhlicher, weil ich beschwerdefreie Tage so
richtig dick genießen kann.
Aber manchmal möchte ich zu einem Heilpraktiker gehen,
dem nichts sagen und mal sehen, wie er mich behandeln würde.
Hihi..wenns nicht so teuer wäre, würde ich mir gerne diesen
Scherz erlauben.
Knuddel zurück.
Deine Deva


Antworten
K


Liebe Deva,


ich freue mich, dass du mit deiner Krankheit positiv umgehst! Du bist ein Vorbild für andere Betroffene! Und ds finde ich gut so! Und das soll so bleiben!


Alles Gute und Liebe, Kiat



D

Du sprichst mir aus der Seele.
Ich habe Zöliakie. Schon lange ein Phänomen, aber erst
seit 1954 erklärt, woher dsa kommt. Eine Autoimmunerkrankung.
Meine Mutter hat das ebenso und ihr Bruder,damals
im 2ten Weltkrieg 3 Jahre alt starb daran. Ich hätte noch einen
Onkel mehr. Unbehandelt ist diese Erkrankung auf kurz oder lang
tödlich, denn der Darm verdaut irgendwann gar nichts mehr, da das im
Weizen enthaltene Gluten die Zotten des Darmes vernichtet.
Ohne Zotten kann nicht einmal ein Apfel enzymatisch aufgespalten werden.

Man verhungert obwohl man isst wie ein Scheunendrescher.

Auch ich hatte immer Hunger Kiat..hihi.Bei mir wurde es erst
entdeckt, als ich lange erwachsen war. Es gibt kein Heilmittel dagegen.
Ich muss zum größten Teil ins Reformhaus, weil die Industrie, trotz
ständig klagender Bauern mit Weizenknappheit ( die jammern doch jedes
Jahr, wie schlecht die Sommer sind, mal zu nass, mal zu heiß und zeigen
uns im Fernsehen ihre verdorbene Weizenernte) dreschen sie Weizen in fast
jedes Lebensmittel, ebenso Laktose. Wir Zölis haben auch immer eine
Laktoseintoleranz dazu. Dagegen kann man mittlerweile superteure Laktasetabletten futtern. Auch Laktose steckt wie Gluten in Wurst und in fast
allen Süßigkeiten und Lebensmitteln. Fertigprodukte kann ich also
nie und nimmer essen, was aber auch ein Vorteil ist. ;-)
Aber ich bekomme stets Schwierigkeiten, wenn ich mal in ein Kranken-
haus muss. Die Diätköche wissen nicht damit umzugehen. Ich bekomme
dann immer Soßen, die sind durchsichtig und sehen nach Gelantine
in Wasser eingeweicht aus. Ungenießbar. Dazu gibt es blasses Puten-
fleisch und immer wieder Putenfleisch. Schweinebraten mit Knödel is nich, obwohl man dazu keinerlei Weizen braucht. Dann meinen sie immer man
isst auch gleichzeitig salzlos. Man bekommt also natriumfreie und purinarme
Kost wie ein Nierenkranker. Entsetzlich.
Auch Ärzte wissen meist nicht, was das ist. Da kläre ich die Ärzte auf.
Ich habe schon Ärzte gehabt, die tun so, als wüßten sie es.
Da hat mir mal einer empfohlen, wenn mir der Darm immer so weh tut,
dann soll ich Müsli essen..Nicht zu fassen. Gerade in Haferflocken und Getreide
ist ja das Gluten. Na was solls. Not macht bekanntlich erfinderisch und
ich mache eben alles selbst. Süßigkeiten gibt es eben nicht von der Stange
für mich. Ich mache Pralinen, Bonbons und Kuchen alles selbst.
Sogar Wurst, Käse mache ich selbst und Brot backe ich schon seit Jahren
für mich alleine. Ich kann nicht wegen einem Brot immer in die Stadt
fahren. Das würde ein teures Brot werden.Außerdem unerschwinglich auf
Dauer. 5 kleine Scheiben über 3 Euro.
Aber geforscht wird da jedenfalls nicht. Man weiß nicht einmal genau,
was da im Darm abgeht. Da der Darm ein Gedächtnis hat, darf ich nicht
einmal Spuren von Gluten erwischen. Der Kerle denkt sich da:
*Oha---da kommt bestimmt noch mehr nach, da plustere ich mich mal schnell
auf und mache einen auf Abwehr*

Ich bin als 16 jährige einmal auf einem Konzert mit solchen Schmerzen
überrollt worden, daß ich wie eine alte Frau, weinend und gebückt nach Hause gegangen bin.
Es ist ein entsetzliches Leiden, bleibt das unentdeckt, man siecht dahin.
Und irgendwann stirbt man Erstens an Unterernährung und zweitens verblutet man innerlich, weil die Gerinnung dann nicht mehr stimmt.
----------------------
Früher nannte man das die Vampirkrankheit, weil man zum Schluss
ganz blutunterlaufene Augen gehabt hat, blutarm war und spindeldünn,
kurz vor dem Verhungern eben.

Ich hatte als Kind wie Du Kiat auch ständig
Heißhunger, ich konnte es Dir so nachempfinden, auch wenn das bei Dir andere Ursachen hatte--klar---.
Das Schlimme als Kind war aber, ich durfte nicht einfach an den Kühl-
schrank. Das war bei uns streng verboten. Also war ich stets zu dünn
und heute merke ich das auch. Ich habe schnell Knochenschmerzen.
Ja, das sind die Triumphe der Wissenschaft...hihi

Ein Heilpraktiker ist hier ausgeschlossen. Die würden mich gnadenlos
abzocken.
Außerdem weiß ich da notgedrungen mehr als sie. Ich berate mittlerweile in verschiedenen Foren Menschen, die sich da noch nicht auskennen mit ihrer neuentdeckten Zöliakie und es tut mir so gut,
Mütter zu beraten, deren
Kinder das haben (da heißt es dann Sprue), daß ich mir denke, es hat
auch einen Sinn gehabt, diese ganzen Opfer.
So hat eben auch was Schlechtes sein Gutes ;-)

Einen feinen Sonntag Kiat
Deine Deva


Antworten
K


Liebe Deva,


es tut mir so leid für dich, dass du mit dieser Krankheit geschlagen bist. Aber du machst das Beste daraus und du hilfst anderen Betroffenen und teilst die Erfahrungen! Das finde ich sehr gut.
Nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stark!" Mit Zöliakie hatte ich noch nicht zu tun.


Dass du deine Nahrung selbst zubereitest und auf Industriefutter weitgehendst verzichtest, hat etwas sehr Positives - du lebst viel gesünder als die Massen von Menschen! Und das ist auch etwas
wert!


Ich wünsche dir alles Gute! Lass dich drücken! Viele liebe Grüße, Kiat



D

Ja genau.
Ich gebe Dir Recht. Solche verderben die Zunft.
Ich kannte einen Heilpraktiker, der war klasse.
Ein Deutscher mit chinesischer Mutter.
Der hat Dir erst einmal lange in die
Augen gesehen und dann lange lange Deinen Puls
gemessen. Viele hören da ja schon heraus, wenn
was mit dem Kreislauf oder Herzen nicht i.O ist
und auch andere Dinge zusätzlich.
Der verschrieb meiner Mutter damals etwas
pflanzliches, aber keine Globuli.
Die gabs damals noch nicht, ich weiß auch leider
nicht mehr was das war. Es war eine Mischung aus
verschiedenen sehr wohlriechenden Kräutern, aber
der Geschmack (ist hab mal gekostet) war total
unbekannt. Meine Mutter litt unter Depressionen,
und hatte passend dazu Gallensteine (hihi) und dem-
entsprechend Angst. Sie wollte partout nicht auf
den OP - Tisch. Nach diesen Kräuterchen, die sie
insgesamt 6 Wochen genommen hat, waren die
Gallensteine weg. Sie hat ihre Galle heute noch,
und die Depressionen traten auch nicht mehr auf.
Also vor solchen ziehe ich den Hut. Leider gibt es
diesen Heilpraktiker nicht mehr. Der war auch gar
nicht teuer. Das war Anfang der 80er. Er hat westliche
Medizin, mit chinesischer Heilkunst vermischt und
von beiden, sagte er damals, das wichtigste zusammengenommen.
Ab da habe ich mich dann für Kräutersammeln interessiert. ;-)
Aber viele machen wie Du sagst, einfach ne Infusion hin.
Das habe ich auch gehört, jetzt sagst Du das auch.
Nicht zu fassen.
Und freilich kann da auch was passieren. Was ist,
wenn das dem Körper in dem Moment zuviel Flüssigkeit ist.
Sie weiß doch gar nicht, ob der Mensch nicht vorher
2 Liter Wasser getrunken hat und wie der PH Wert
des Blutes ist. Zuviel Flüssigkeit kann zuviel für
das Herz sein, oder wenn Du zu Ödemen neigst
und das nicht sagst, weil Du es selbst noch nicht
gerafft hast? hehe...Also glauben möchte man es
nicht.

Liebe Grüße zum Abend
Deine Deva


Antworten
K


Liebe Deva, da hat deine Mutte Glück gehabt, einen solchen guten Menschen zu finden. Die konventionelle Medizin ist schneidet ja gerne. Das hängt gewiss auch damit zusammen, dass beim derzeitigen
Gesundheitssystem mit Operationen mehr Geld verdient ist als mit anderen Methoden. Heute werden die Behandlungen oft deshalb ausgewählt, was bringt dem Krankenhaus resp. dem Arzt am meisten.


Dieses Profitstreben ist doch total verrückt! Das hat ja auch die Forschung ergriffen. Es gibt so viele seltene Krankheiten, da wird einfach nicht geforscht. Grund: Es gibt dann zu wenig
Krankheitsfälle, als wird wenig verdient, also wird nichts entwickelt. Dieses System ist doch selbst krank! Und deshalb wird ein solches System verschwinden!


 



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