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17. Januar 2013 4 17 /01 /Januar /2013 21:30

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Stellen wir uns einmal vor: Da wird eine junge Frau mit K.O.-Tropfen betäubt, entführt, und mehrmals vergewaltigt. Am andern Tag wacht sie auf - auf einer Bank. Sie wankt zu einem Kiosk und ruft ihre Mutter an, die sie abholt. Die Mutter bringt ihre Tochter zu einer Notärztin.

Die Untersuchung ergibt: Die junge Frau wurde vergewaltigt, die Notärztin schreibt ein Rezept aus für die Pille danach und überweist das Opfer zur gynäkologischen Untersuchung in ein Krankenhaus.

Aber: die junge Frau wird von zwei Krankenhäusern abgewiesen - katholischen Krankenhäusern!

Wer das unbefangen liest, dem kommt doch gleich der Gedanke: Das kann doch nur in Irland passieren, da war doch mal was. Stimmt, da war mal was:

Quelle: Irland: Menschenverachtende Religion (http://schamaninkiat.over-blog.de/article-irland-menschenverachtende-religion-112654335.html)

Aber zurück zur jungen Frau, sie wurde wirklich vergewaltigt, und gleich zwei Krankenhäuser weigerten sich, das Opfer zu untersuchen: Spermaspuren sicherstellen, Hautreste sicherstellen etc. um die Täter dingfest zu machen. Und diese Krankenhäuser sind in Köln! SIe heißen St.-Vinzenz-Hospital und Heilig-Geist-Krankenhaus. Beide Häuser gehören zur Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria - also etwas ganz Katholisches. Mit dem Motto: "Cellitinnen - Der Mensch in guten Händen"

Quelle: WDR Katholische Krankenhäuser verweigern Untersuchung

Als ich diese Meldung hörte, konnte ich es nicht fassen! 

Da wird das Gebot der Nächstenliebe gepredigt, aber einem Vergewaltigungsopfer wird Hilfe versagt! Dabei ist ein Kankenhaus verpflichtet, einem Opfer einer schweren Straftat zu helfen.  Und wer kann von einem solchen Opfer verlangen, dass sie das so gezeugte Kind zur Welt bringt?

Was sind Frauen in den Augen der katholischen Kirche? Offensichtlich nur Gebärmaschinen! Und immer noch geistert die Vorstellung durch christliche Gehirne, eine Frau ist weniger wert als ein Mann, weil sie nach der Bibel aus der Rippe des Mannes entstanden ist.

Viele, die so etwas nachplappern, sollten den hebräischen Urtext lesen oder sich - korrekt - übersetzen lassen: Da steht ein Wort, das zwei Bedeutungen hat, Rippe und Seite. Ist Eva aus der Seite des Mannes entstanden, dann sieht es doch ganz anders aus. Die Frau ist zum Mann gleichwertig. Die Frau ist die konstruktive Opposition des Mannes. Wie auch in einer funktionierenden Demokratie!

Aber nein! Die übersetzenden Mönche nahmen die andere Bedeutung - die Rippe. Konnten sie doch damit begründen, dass sich Frauen ihren Männern unterordnen müssen.

Übrigens, dieses hebräische Wort wird auch im Leviticus verwendet, bei der Beschreibung der Bundeslade. Da steht dann Seite und nicht Rippe. Die Mönche können sich also nicht damit entschuldigen, sie wüssten die beide Bedeutungen nicht ...

Ach ja, Entschuldigung: Der Träger der beiden Krankenhäuser gab eine Presseerklärung heraus. Wer nun meint, diese Stiftung entschuldige sich für das Verhalten der Ärzte, irrt sich. Einzig ein "vermutliches Missverständnis" ringt sich der Pressesprecher ab! Für mich steht fest: Eine Kirche, der die Einhaltung von Dogmen wichtiger ist als die sofortige Hilfe von Opfern, ist selbst ein ganz großes Missverständnis!

Quelle: Cellitinnen Der Mensch in guten Händen

Quelle: WDR5 Krankenhäuser weisen Vergewaltigungsopfer ab

WDR Mediathek Kritik an Katholischen Kliniken

Katholische Krankenhäuser lehnen Behandlung von Vergewaltigungsopfer ab
Veröffentlicht am 17.01.2013 von hoTodi

Vergewaltigungs-Opfer von kirchlichen Kliniken abgewiesen
Veröffentlicht am 17.01.2013 von gbsKoblenz

Das liebe ich! Sowohl das Bistum als auch die Stiftung weigern sich, vor der Kamera eine Stellungnahme abzugeben! Ja, sie haben wirklich gekniffen!

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Kommentare

Heike 01/26/2013 09:34


Eben! Du weißt doch (leider) genau was ich meine…


Ein solches Kind ist nicht zu beneiden. Und selbst wenn es Glück (?) haben sollte und es zu Adoption frei gegen werden sollte… irgendwann stellt es fragen.


Nee Kiat, und solche Kinder, sind da wirklich nicht zu beneiden…

Kiat Gorina 01/26/2013 15:32



Stimmt! Solche Kinder haben es sehr schwer! Was die Vergewaltiger ihrem Opfer antun, ist nie weider in irgendeiner Form gutzumachen. Und wer ein solches Opfer zwingt, ein bei einer Vergewaltigung
gezeugtes Kind auszutragen, unterscheidet sich nicht viel von den Vergewaltigern. Das mag hart klingen, ist jedoch meine persönliche Überzeugung! Frauen sind doch keine Gebärmaschinen! Und dann
bringt mich noch auf die Palme, wenn es Männer sind, die darüber befinden, Männer, die keine Familie haben, weil sie gelobt haben, das Zölibat einzuhalten! Das sind dann die absoluten Ächzperten
für Familienfragen 



Heike 01/25/2013 20:12


Mal davon abgesehen, wie soll sich denn später so ein Kind fühlen, dass durch eine Vergewaltigung gezeugt wurde? irgendwann bekommt es dies raus! und in der Haut DIESES Kindes möchte ich nicht
stecken!

Kiat Gorina 01/25/2013 22:11



Genau! Was meinst du, wie es mir erging, als ich die Wahrheit meiner Herkunft erfuhr. Meine Mutter hasste mich, weil meine blauen Augen und meine blonden Haare sie stets an ihren Fehltritt
erinnerten. Und mein deutscher Vater hasste mich, weil ich ihn an seinen Verrat erinnerte. Und später hasste er mich noch viel mehr, als ich seine Lebenslügen entlarvte. Und da gab es viele!



minikrake flora 01/24/2013 18:36


ah ja !

minikrake flora 01/23/2013 18:37


diese denkweise wäre logisch meine liebe !


das was eigentlich zum kontext dieser krankenhäuser schreiben wollte, lass ich hier mal besser weg.

Kiat Gorina 01/23/2013 21:39



Aber ich kann es mir denken 



Kirsi 01/22/2013 12:29


Da bleibt mir die Spucke weg, wenn ich so etwas lese! Wie armselig ist das denn von diesem Krankenhaus? Haben die nie die Geschichte von dem Barmherzigen Samariter gelesen oder Matthäus 25 wo
Jesus sagt: "Was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan?"


Zum Thema der Abtreibung: Die Kirche sieht in jedem befruchteten Ei der Frau bereits ein neues Leben. Eine Abtreibung, egal unter welchen Umständen, steht daher gegen das Gebot "Du sollst nicht
töten". Dennoch kann ich diese junge Frau gut verstehen, wenn sie dieses Kind abtreiben lassen will und würde ihr keinen Vorwurf machen. Eine Vergewaltigung und die Konsequenzen daraus sind
katastrophal. Die Frau dann auch noch für eine Abtreibung zu verurteilen, ist unmenschlich und unbarmherzig.

Kiat Gorina 01/22/2013 23:00



Stimmt, erstens ging es ja darum, Spuren und Beweise für die Vergewaltigung zu sichern. Und das haben zwei Krankenhäuser abgelehnt! Zweitens, ging es um ein Informationsgespräch über die
Möglichkeit der Pille danach. Dabei geht es nicht um Abtreibung, sondern um eine nachträgliche Verhütung.


Andererseits, wenn die Kirche in jedem befruchteten Ei neues Leben sieht, dann müsste sie doch auch gegen die Verwendung von Kunstoffrohren für Trinkwasser sein. Begründung: Kunststoff gibt an
Trinkwasser Bisphenol-A ab, dieser Stoff reduziert die Spermienzahl beim Mann, also gibt es weniger befruchtete Eier bei der Frau ...



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