Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
Immer wieder werden mir Fragen gestellt, die zeigen mir, dass Menschen sich hierzulande unter einer Schamanin was weiß ich vorstellen. Wenn ich dann die Fragen beantworte, habe ich den Eindruck, dass ich Illusionen zerstöre.
Manche meinen ja, ein Schamane sei eine Art Übermensch. So wie ich es sehe, ist ein Schamane ein Mensch, er mag zwar irgendwelche Fähigkeiten haben, die andere nicht haben, aber er ist und bleibt ein Mensch.
Mir begegnen immer wieder Menschen, die enttäuscht sind, dass es auch unter den Schamanen schlechte Menschen gibt. Warum auch nicht? Wieso muss in Esoterikkreisen alles gleich idealisiert werden? Ihr könnt diese Welt nicht nur durch die rosarote Brille sehen!
Seid wann gibt es Schamanen? Ich denke, schon sehr lange. Als der Mensch sich vom Pflanzen- und Kleinsttiersammler zum Jäger wandelte, da wurden die zu erlegenden Tiere an eine Felswand gemalt, nicht aus Spaß an der Freude, sondern das war eine magische Handlung. Die nächste Jagd sollte erfolgreich sein.
Als die Menschen sich zu Sippen zusammenschlossen, da brauchten sie jemand, der die Sippe beraten konnte. Schamanen waren für das Überleben der Sippe verantwortlich, also für ganz weltliche und weniger spirituelle Angelegenheiten:
Schamanen sind auch nicht frei von Fehlern. Ich habe welche erlebt, die waren gierig, denen ging es weniger um die Sippe als um ihren persönlichen Reichtum. Für den Chan einer solchen Sippe wurde es dann schwierig, denn einen solchen schlechten Schamanen davon zu jagen, das traute sich auch kein Chan. Die einzige Chance war dann, auf einen anderen Schamanen zu hoffen und dann beide einer "Prüfung" zu unterziehen. Ich habe mal ein solches "Schamanen-Duell" miterlebt ...
Wie gesagt, Schamanen sind Menschen und verhalten sich wie Menschen. Unter ihnen gibt es Exemplare, die nur auf ihren Vorteil aus sind und andere, die das Überleben der Sippe höher stellen als ihre eigene Existenz.