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19. Juni 2009 5 19 /06 /Juni /2009 20:01
7. Juni 2009, Ohrenbach, Landkreis Ansbach, Mittelfranken, Bayern: Bei der Auszählung der Stimmen für die EU-Wahl wurde festgestellt: 0 (in Worten: Null) Stimmen für die Grünen, und so druckte es auch die Lokalzeitung.

Da rieben sich einige Ohrenbacher verwundert die Augen: Wo ist meine Stimme geblieben?

Einige riefen beim Bürgermeister an, dann riefen einige beim Landratsamt an und wurden mit Gerald Scheefer [1] verbunden, dem stellvertretenden Kreiswahlleiter. Und dann schrieben mehr als zehn Ohrenbacher einen Brief an das Landratsamt, darin bestätigten sie mit ihrer Unterschrift, dass sie am Wahlsonntag die Grünen gewählt hatten.

Tja, nun war Holland in Not! Wo waren die Stimmen geblieben? Es half alles nichts, die versiegelten Wahlzettelpakete musste geöffnet und neu ausgezählt werden. Und siehe da, jetzt fanden sich zwölf Wahlzettel, auf denen die Grünen angekreuzt waren. Und noch etwas war merkwürdig:

Nach der Auszählung am Wahlsonntag hatte die FDP angeblich 29 Stimmen bekommen, jetzt waren es nur noch 17. Was war passiert?

Nun, bei der Auszählung wurden die Stimmzettel nach Partei sortiert. Und da mussten die Stimmzettel für die FDP über die Stimmzettel für Grünen gelegt worden sein. Dann wurde jeder Stimmzettelstapel durchgezählt und so erhielt die FDP die Stimmen der Grünen.

Gerald Scheefer war erleichtert: "Jetzt haben wir ein sauberes Wahlergebnis!" Wenn er sich da mal nicht täuscht!

Die EU-Wahl soll ja eine geheime und freie Wahl sein. In Ohrenbach ist diese Wahl nicht mehr geheim, weil ja die Wähler der Grünen mit ihrer Unterschrift bestätigen mussten, dass sie wirklich grün gewählt haben. Erst dann war die Wahlleitung bereit, die Stimmen erneut auszuzählen. Jetzt sind in Ohrenbach und im Landratsamt alle grünen Wähler bekannt, also ist diese Wahl nicht mehr geheim!

Wer so leichtfertig mit demokratischen Grundprinzipien umgeht, ist in meinen Augen undemokratisch!

Auch wenn der Bürgermeister (CSU) sagt: "Ich habe ja nichts gegen die Grünen ..."

_____________________________
[1] Gerald Scheefer unternahm auch nichts, als ihm schriftlich mitgeteilt wurde, dass mein Bär und ich 2008 an der Ortssprecherwahl nicht teilnehmen durften ...

(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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Kommentare

K
Liebe Kiat,<br /> ich fühle mich als Fränkin in dem hohen Norden sehr wohl und vermisse nur ein bißchen Kultur. Ich lebe in einem kleinem Dorf, nun seit mehr als zwei Jahren. In Franken bin ich geboren und habe meine Heimat im Alter von 20 Jahren verlassen. Habe dann lange in Leimen bei Heidelberg gelebt und gearbeitet <br /> <br /> Du bist in der mongolischen Steppe aufgewachsen. Wie war das und hast Du heute noch Freunde oder Beziehungen dazu? Ich frage, weil meine Großmutter in Sibierien geboren ist und auch in der Mongolei war. Ein Mandarin aus China wollte sie heiraten aber sie hat meinen Opa genommen. Ein Glück, sonst gäbe es mich nicht.<br /> <br /> Nach Franken habe ich keinen Kontakt mehr ... leider. Aber ich fühle mich hier wirklich ganz wohl und vermisse nur Freunde.<br /> <br /> Liebe Grüße, Katharina
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K
<br /> Liebe Katharina,<br /> <br /> da freue ich mich für dich, dass Du dich im Norden sehr wohl fühlst. Das ist schön und so soll es auch bleiben!<br /> <br /> Heidelberg kenne ich auch, da war ich füher öfters zu Besuch. Das ist eine sehr schöne Stadt.<br /> <br /> Zu meiner Kindheit und Jugend in der mongolischen Steppe bei Nomaden. Ich habe mein Leben dort niedergeschrieben, das Buch soll im September erscheinen. Zur Zeit lese ich die Seiten gegen, die der<br /> Lektor mir schickt. Das mache ich ziemlich gründlich, die Verlegerin hat mir schon ein "Adlerauge" attestiert ;-)<br /> <br /> Der Verlag hat auch schon eine Leseprobe in seine Homepage gestellt, die kannst Du dir runterladen:<br /> <br /> www.asaro-verlag.de<br /> <br /> Unter Neuerscheinungen klicke auf "Die Schamanin, die keine sein wollte" usw.<br /> <br /> Zu der Familie meiner mongolischen Mutter habe ich keinen Kontakt mehr. Wer mein Buch gelesen hat, wird wissen warum: Diese Sippe wollte mich nämlich vergiften. Hat aber nicht geklappt. Einer<br /> meiner schamanischen Lehrer hat zuvor eine Geistreise gemacht und konnte mich warnen. Das steht alles ausführlich in meinem Buch ;-)<br /> <br /> Naja, mit Kublai Khan, einem Enkel von Dschingis Khan fing der Untergang des großen mongolischen Reiches an. Kublai verließ ja später Karakorum und zog nach Bejing und wurde mehr und mehr "Chinese"<br /> und hat die mongolische Tradition verraten. Zu meiner Zeit gab es in der Steppe ein Wort: "Trau einem Chinesen, und du bist gewesen!"<br /> <br /> Ich finde es genauso gut wie Du, dass deine Oma den chinesischen Mandarin ausgeschlagen hat, sie wäre bestimmt nicht glücklich geworden ...<br /> <br /> Ich wünsche dir auch, dass Du Freunde findest. Das braucht halt seine Zeit ;-)<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
K
Liebe Kiat,<br /> ich glaube, die Demokratie ist schon zu Ende. Was hier so abgeht in unserem Land ist nicht mehr Volkes Wille, sondern Wille der Politiker. Traurig, aber leider ist es so! Auch die Menschenrechte werden mit Füssen getreten. Zensur in den Nachrichten! Ist das noch Demokratie?<br /> <br /> Liebe Grüße in das schöne Frankenland ( meine alte Heimat wo ich geboren bin )<br /> <br /> Katharina
Antworten
K
<br /> Liebe Katharina,<br /> <br /> das mit dem "Willen der Politiker", ich denke, die meisten sind fremdgesteuert und zwar über die Lobbyisten. Da gab es ja mal einen Skandal: es ging um die Tabakindustrie. Diese hat über die von<br /> ihr bezahlten Lobbyisten einen Vorschlag eingebracht, der wurde dann 1:1 (einschließlich der Schreibfehler!) als Gesetzesvorlage verwendet.<br /> <br /> Oder denke an die "Agenda2010". Die wurde von der Bertelsmannstiftung entworfen und erstmalig in Capital veröffendtlicht. Und so wurde sie mehr oder weniger in Gesetzesform gegossen.<br /> <br /> Das mit der Zensur, da hast Du völlig Recht! Ich bin fest davon überzeugt, dass die Geschichte sich wiederholt. 1848 hatte auch Deutschland seine Revolution, die wird zwar immer schamhaft<br /> verschwiegen, aber sie ist nun mal eine Tatsache. Und was war der Grund?<br /> <br /> Unter anderem die Zensur! Fürst Metternich hatte ja fast ganz Europa mit seinem Spitzeldienst überzogen, jede Veröffentlichung wurde der Zensur unterworfen, Metternich und Co. entwickelten geradezu<br /> eine Paranoia. Naja, und irgendwann fing es zu brennen an. Ich denke, bald ist es in Europa wieder so weit ...<br /> <br /> Hast Du noch Kontakt ins Land der Franken? Wie fühlst Du dich als Fränkin im hohen Norden?<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
B
das war echt so? sowas darf echt nicht vorkommen! also ich habe ja auch bei mir in der Gemeinde beim Auszählen mitgeholfen, aber wir mussten wirklich ALLES doppelt und dreifach kontrollieren! lg Bunny
Antworten
K
<br /> Hallo Bunny,<br /> <br /> das war wirklich so! Ohrenbach ist ja ein klitzekleiner Ort, in den vergangenen Wahlen gab es immer Stimmen für die Grünen. Und wenn jetzt auf einmal keiner mehr die Grünen gewählt haben soll, da<br /> hätte allein der Wahlleiter aufmerksam werden müssen und alle Stimmen hätten erneut gezählt werden müssen.<br /> <br /> Und dass ein Stapel (FDP) über den Stapel der Grünen gelegt wird, auch das hätte doch auffallen müssen. Irgendeiner hätte doch fragen müssen: Wo ist der Stapel der Grünen?<br /> <br /> Und dann noch das Geeiere, bis endlich alle Stimmen erneut ausgetählt wurden?!<br /> <br /> Ich stimme dir voll zu, so etwas darf einfach nicht vorkommen. Freie und Geheime Wahlen sind ein hohes Gut, dafür haben unsere Ahnen mal heftig gekämpft. Lassen wir uns das nicht nehmen!<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br />
K
Hallo,<br /> das scheint nicht nur dort so zu sein. Ich bezweifle, dass bei Wahlen alles mit rechten Dingen zugeht. Hier in Mecklenburg Vorpommern gibt es auch merkwürdige Resultate. <br /> <br /> Viele Grüße,
Antworten
K
<br /> Liebe Katharina,<br /> <br /> tja, wenn die Ergebnisse allzu merkwürdig sind, vielleicht könnt ihr bei der nächsten Wahl eine erneute Auszählung fordern? Wenn sich Misstrauen gegen Wahlen und deren Ergebnissen häuft, dann ist<br /> das das Ende der Demokratie:-(<br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br /> <br />

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  • : Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
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