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17. September 2009 4 17 /09 /September /2009 22:16
Heute früh klingelte das Telefon, eine Freundin rief an und war erschüttert: nur einige hundert Meter von ihrem Laden entfernt lief ein Schüler im Carolinum-Gymnasium Amok.

Amoklauf im beschaulichen, etwas verstaubt wirkenden Ansbach? Das konnte sich bislang wohl kaum jemand vorstellen! Ab heute ist das anders: Ansbach reiht sich ein in die Orte Erfurt, Winnenden, Ansbach, ... Wer ist die nächste Stadt?

Dann riefen bei mir Mütter an, voller Sorge um ihre Kinder. Was sollen sie machen? Ich riet ihnen, gleich zur Schule und ihre Kinder dort abholen. Oder von der benachbarten Arbeitsagentur, dorthin waren die Schüler gebracht worden.

Bisher waren solche Amokläufe auch für mich immer Ereignisse, die mich nicht persönlich betroffen machten. Heute war es anders: Ich kenne einige der besorgten Eltern, und auch einige Schüler persönlich.

Wie stecken es die Kinder weg? Vor allem die Jüngeren? Da läuft ein Abiturient mit Axt, Molotow-Cocktails und Messern in ihre Schule und will ihre Schule in Brand setzen. Er verletzt Schülerinnen, eine sehr schwer am Kopf, sticht wild um sich her.

Und wieder stellt sich die Frage nach dem Warum? Dieser junge Täter war in der Abiturklasse. Er gehörte noch dem 13-jährigen Zug an, was bedeutet, dass er im Frühjahr des kommenden Jahres bereits die Abiturprüfung ablegen sollte.

Der Täter hat noch zwei weitere Geschwister an der Schule. Die Armen. Was müssen die jetzt an psychologischem Druck aushalten. Was ist über den Täter bekannt? Nicht viel. Die Polizei gibt bekannt, dass er bisher in seinem jungen Leben nicht aufgefallen ist. Er galt als Einzelgänger.

Das passt meiner Meinung nach in das gleiche Muster: Auch der Attentäter von Winnenden war ein Einzelgänger. Heute wissen wir, dass er Videos der besonderen Art liebte: SM-Videos. Was bringt einen 17-Jährigen dazu, sich so etwas anzuschauen? Und nicht nur einmal, sondern solche Filme zu horten? Wieso ist das niemandem aufgefallen?

Und jetzt zurück zum Ansbacher Täter: Vielleicht liegt es auch an der Schulausbildung, die nur noch den künftigen leistungsorientierten Menschen sieht und ausbildet, die Schüler mit Wissen vollpropft und dabei den jungen Menschen mit seiner Gefühlswelt vergisst. Wenn jemand mit 19 Jahren Einzelgänger ist, keine Freunde und keine Freundin hat, wieso fällt das niemandem auf?

Der Schulleiter sprach in die Mikrofone, er habe einst den Täter selbst unterrichtet, er sei gut gewesen. Das mag sein, gut in was? Ist ein Schüler bereits gut, wenn er das eingetrichterte Wissen rekapitulieren kann? Wie steht es mit der psychischen Verfassung eines jungen Menschen aus, der offenbar keinen Anschluss findet?

Ist im bayerischen Lehrplan kein Platz mehr dafür? Offenbar nicht. Wer mein Buch gelesen hat, erinnert sich vielleicht, dass ich zu einer Maschine gedrillt werden sollte, mein Körper rebellierte. Aber ich hatte Glück. Ich hatte auch Mönche als Lehrer, die wussten, dass ein junger Mensch auch Freiräume braucht, dass gerade ein junger Mensch ein Umfeld von gleichartigen Menschen benötigt. Sonst wird er ein sozialer Krüppel.

Es wird immer wieder betont, dass die Notfallpläne überarbeitet wurden. Was jedoch ist mit Plänen, die solche schlimmen Aktion im Vorfeld schon erkennen und verhindern lassen? Bei einer schulischen Ausbildung geht es nicht nur um das Eintrichtern von reproduzierbarem Wissen, sondern es geht gleichermaßen um den Schüler als Menschen, der so erzogen wird, dass er aktives Mitglied einer sozialen Gemeinschaft wird und nicht als Einzelgänger durch diese Welt stolpert.

Solange daran nichts geändert wird, müssen wir immer mit solchen schlimmen Amokläufen rechnen.

Mein besonderes Mitgefühl gilt allen Opfern und vor allem der Familie des Täters. Wir sollten nicht auf dieser Familie herumhacken, sondern Ihnen unser Mitgefühl zeigen.

(C) Copyright 2004-2009 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.

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Kommentare

mathilde 10/05/2009 16:55


zu ADHS und Zucker:
http://www.mama-tipps.de/artikel6294.html

hier das, was in etwa Ärzte lesen:
http://www.adhs-deutschland.de/content.php?abt_ID=1&site_ID=46


Kiat Gorina 10/05/2009 17:33


Liebe Mathilde,

vielen Dank für deine Links!

Was Selbsthilfegruppen angeht, viele werden von der Pharmaindustrie unterwandert und dann gesteuert. Da habe ich auch mal einen Artikel gepostet.

Liebe Grüße, Kiat


mathilde 10/05/2009 16:21


Hi Kiat,
natürlich hört es sich krass an, wenn man so was sagt, aber ausgeschlossen ist es doch in jedem Falle nicht. Leute, die an so etwas denken, sind ja auch gerade diejenigen, die sich besonders mit
etwas auskennen.
Zucker als Beispiel: Vor Jahren gab es schon gegen ADHS eine Zuckerdiät. Die half fantastisch. Bei meinem Bruder konnte ich das als unvoreingenommenes Kind beobachten. Dennoch gibt es heut noch
Kinderärzte, die diese Diät nicht kennen. ???
LG mathilde


Kiat Gorina 10/05/2009 17:27


Liebe Mathilde,

das wundert mich nicht, dass nur wenige Kinderärzte alternative Thrapien kennen und sie auch anwenden. Die meisten Ärzte sind doch nur noch Verordnungsknechte der Phamaindustrie. Meistens läuft es
so ab:

Da sponsert ein Pharmahersteller dem Arzt ein Programm, da klickt der Arzt die Symptome an und schon spuckt der Drucker das passende Rezept aus, natürlich werden da die Medikamente des Herstellers
bevorzugt.

Dass es sich in den meisten Fällen von ADHS um Stoffwechselstörungen handelt, das steht ja außer Frage. Und dann sollte festgestellt werden, was die Ursachen dafür sind und dann sollte die
geeignete Behandlungsmethode ausgewählt werden.

Liebe Grüße, Kiat


mathilde 10/03/2009 15:22


Eigentlich ist es gar nicht so schwer, denn ich denke, das "Schicksal" regelt so was selbst, Du hast den Gammelfleischskandal angesprochen, das ist nur ein Beispiel dafür. Hier am Oberrhein(von den
Massenmedien WEITGEHEND unterdrückt) gab es ein massives Bienensterben. Grund: Mais wurde mit Pestiziden behandelt und von vielen Bauern in den Boden gerbracht. Dieses Mittel war für die Bienen
schädlich und es gibt jetzt, nach ca. 3 Jahren noch immer fast keinen Honig. Der Riesenkonzern hat die Schuld juristisch auf die Bauern bzw. den Subunternehmer abgewälzt, aber wenn diese sich das
gefallen lassen und nochmal so nen Mistzeugs ausbringen, dann ist ihnen echt nicht mehr zu helfen. Dashat auch ein Umdenken bei der "simplen" Bevölkerung bewirkt, denn die Folgen waren
offensichtlich.

Warum ich das hier schreibe: der Maisanbau ist eine Bodenschädigende, da meist in flächendeckender Monokultur durchgeführte Landwirtschaft. Der Mais laugt den Boden extrem aus, weshalb starke
Düngung werforderlich ist,welche wieder das Grundwasser schädigt. Alles das erfolgt für die Fütterung in dert Massentierhaltung. Es entstehen energetisch zwangsläufig hohe Kosten, gerade, wenn man
"billig" produzieren möchte; das ist ein energetisches Konzept welches auf Dauer wirkt, darauf kann man bauen.

(Du beschreibst ja auch immer, wie die Massentierhalter hohe Kosten f. d. Tierärzte u. Medikamente ausgeben müssen das ist dasselbe Prinzip). Wenn die aufwändigen Kontrollen endlich wegfallen
könnten (aufgrund einer gesunden Ehre der Bauern), dann wäre die Biolandwirtschaft GÜNSTIGER als MASSENTIERHALTUNG

Fleisch"Produktion" ist in Wahrheit teuer und brauchen wir sowieso nicht.(Die entsprechenden Studien zur Ernährung hin oder her)


Kiat Gorina 10/03/2009 20:45


Liebe Mathilde,

tja, vom Gammelfleisch redet kaum jemand mehr, aber glaube nicht, dass es deshalb kein Gammefleisch mehr gibt. Das wird totgeschwiegen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Was die Maissorte mit integrierten Pestiziden angeht, darüber habe ich sogar einen Blog
geschrieben. Und die Wochenzeitung ZEIT hat ausführlich darüber berichtet. In Oberfranken gab es auch das Problem.

Die Hauptverursacher sind weniger die Landwirte und Subunternehmer, sondern das Hauptübel ist Monsanto, das diese Perversion sich ausgedacht hat. Und es wird sogar produziert und gesät!

Andererseits stelle ich immer mehr fest, dass eine riesige Industrielobby darauf bedacht ist, immer mehr natürliche Mittel, z. B. Honig durch "naturanaloge" "Nahrungsmittel" zu ersetzen. Der
bislang bekannte gewordene "Kunstkäse" ist nur ein Produkt von vielen!

Ganz schlimm ist es mit Zucker bestellt. Diese "Nahrungsmittelindustrie" produziert keine
Nahrung mehr, sondern Zeug, mit dem wir und unsere Kinder krank gemacht werden. Ob allein der Profit die Ursache für diese traurige Entwicklung ist, bezweifle ich. Auch auf die Gefahr hin, als
Weltverschwörerin agestempelt zu werden, denke ich, dass solche Methoden sich dafür eignen, Bevölkerungsteile zu dezimieren.

Traurige Grüße, Kiat


mathilde 10/03/2009 15:07


Tja, das ist das Problem daran, dass viele sich gezwungen FÜHLEN und so einen Zynismus herauslesen. Erstens habe ich geschrieben, wer NICHT drauf angewiesen ist. An der Schule meiner Tochter, (wie
wahrscheinl. an allen, Schulen,an denen z.B. Muslimeunterrichtet werden) gibt es selbstverständlich vegetarisches Essen zur Auswahl. Wer definitiv nicht wählen kann, bei dem sieht die Sache anders
aus. Da zählt auch der Wille, nicht mehr in der Zwangslage zu sein, Tiere zu essen. Ich esse selber hin & wieder Fleisch (wie berichtet) und verurteile deshalb sicher niemanden, sondern möchte
lediglich eine Hilfe anbieten.
LG mathilde


Kiat Gorina 10/03/2009 20:25


Liebe Mathilde,

was die "Mensa" an den Schulen angeht, da hoffe ich, dass es bei euch in Baden-Württemberg besser bestellt ist als in Bayern. Ich kenne hier einen Fall, da hatte eine Pächterin das Kochen der Essen
übernommen. Sie bot immer zwei Essen an: ein normales und ein vegetarisches. Aber das vegetarische wurde von den meisten nicht angenommen. Und ihre normale Essen auch nicht. Das lag aber nicht an
der Qualität ihrer Essen, sondern einfach an dem schon vorgepolten Geschmack der Schüler.

Die meisten gingen um die Ecke zum Metzger und holten sich ihre Leberkäsesemmel. Naja, wer täglich Leberkäsesemmel isst ...

Und dann gibt es nicht wenige Schüler, die bekommen von ihren Eltern kein Geld für das Mittagsessen, eon fach deshalb, weil die Eltern keins haben. Viele wollen nicht wahrhaben, dass dem wirklich
so ist. In Nürnberg z. B. gibt es viele hungrige Kinder, die ohne Suppenküchen keine tägliche Mahlzeiten erhielten. Deutschland soll ja ein reiches Land sein, diese Kinder merken nichts davon!

Armes Deutschland!

Nachdenklich-traurige Grüße, Kiat


mathilde 10/02/2009 09:47


Zu dem Thema Hungerlohn hier noch einen energetischer Tipp, der mir 'übermittelt' worden ist:
Wer Sklaven isst, wird selbst ein Sklave.

Will heißen, heutzutage hat niemand mehr nötig, in einem System der Ausbeutung seine Lebenskraft zur Verfügung zu stellen. Allerdings sollte er dann selbst auch vermeiden, am Vampirismus
teilzunehmen. Das bedeutet einmal, möglichst kein Fleisch zu essen, vor allem, wenn man es aus medizinischen Gründen (Eisenmangel etc.) nicht nötig hat. Diese werden unter sklavischen Bedingungen
wie gefühllose Ware gehalten und ohne Mitgefühl getötet und wer das hinnimmt, indem er gedankenlos Fleisch einkauft, macht sich in diesem Moment selbst zu einem Teil dieses unmenschlichen Systems
und akzeptiert dessen furchterregende Bedingungen (auch für sich und seine Kinder). :-I
LG mathilde :-)


Kiat Gorina 10/02/2009 14:32


Liebe Mathilde,

prinzipiell ist dir zuzustimmen! Nur, in diesem Land gibt es Millionen von Menschen und vor allem Kinder, die oft keine einzige warme Mahlzeit am Tag erhalten. Wenn die jetzt hören: "Wer Sklaven
isst, wird selbst ein SKlave!", dann hört sich das für die Betroffenen zynisch an.

Hinzu kommt noch, dass viele "working poor" es sich nicht leisten können, gute und hochwertige Nahrung zu verzehren. Sie müssen auf billiges Gammelfleisch ausweichen. Wenn beispielsweise eine
Bio-Gurke teurer als Billigfleisch ist, dann greifen diese Verbraucher eben auf Fleisch zu.

Mit der immer mehr um sich greifenden Unsitte, Nahrungsmittel zu vergasen und daraus Energie zu gewinnen, schrumpfen die Anbauflächen für Nahrungsmittel. Aber dafür haben wir ja dann die
Analognahrung, Nahrung, die keine ist, sondern die uns und unsere Kinder vergiftet.

Das ist ja einer der Pläne der Superreichen, Nahrung billiger herzustellen als es die Menschen seit vielen Jahrtausenden machen. Ich denke, das ist gewollt, dass viele Menschen immer mehr
abstumpfen, sich alles gefallen lassen und bald erkranken und sterben.

Traurig-nachdenkliche Grüße, Kiat


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