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31. Oktober 2011 1 31 /10 /Oktober /2011 21:57

Der alte Anton Schlecker beherrschte eine besondere Kunst - die Kunst in nur jedes Fettnäpfchen zu steigen, wenn es um sein Personal in seinen Drogeriemärkten ging. Beim Wort "Betriebsrat" sah er gleich rot und er diskutierte nicht, sondern griff zu Verbalinjurien. 

Dann wollte er sparen, also kündigte er seinem Stammpersonal, aber er wollte sie nicht auf die Straße setzen, er hatte eine Zeitarbeiterfirma bei der Hand, die nahm sich der Gekündigten an und verlieh sie zurück an ihren alten Arbeitsplatz.

Und da war es doch verständlich, dass die Arbeitnehmer diese soziale Güte "belohnen" mussten. Die Mitarbeiter erhielten nur noch ein Drittel ihres früheren Lohnes. Dafür war aber der Arbeitsplatz der alte, nur der Arbeitgeber hatte sich geändert - pro forma.

Das war dann doch des Guten zuviel - wegen solcher und anderer Vorfälle bekam Schlecker immer mehr einen schlechten Ruf! Die Kunden wanderten ab - zum Beispiel zum Mitbewerber dm, dessen Gründer - Götz Werner - ja landauf und landab für das bedingungslose Grundeinkommen eintritt. 

Ja, was sollte der Schlecker Anton machen? Er übergab sein Geschäft an seine Kinder - Meike und Lars. Die verpassten erst mal einigen Filiaien eine neue Optik - weg von den rammelvoll gestellten kleinen Filialen, hin zu übersichtlichen und hellen Verkaufsräumen. Ja, und dann brauchten sie einen Slogan!

Da wurde dann eine Agentur damit beauftragt - die Agentur Grey. Dazu fällt mir ein: "Grau ist alle Theorie!" Und dieser Slogan sollte natürlich auch ein bisschen englisch tönen. Wieso? Klar doch, Deutschland wurde ja immer mehr amerikanisiert, de facto ist diese Republik eine Kolonie der USA, und wenn die Kolonialherren und -frauen Germany besuchen, dann sollen sie sich heimisch fühlen.

 Heraus kam der Slogan "For You. Vor Ort" - allzu ziemlich dämlich - aber ich wurde ja nicht gefragt. Diese vier Worte brachten natürlich viele Menschen auf die Palme, es hagelte Kritik - von wegen Denglisch! Diese Kritik wiederum brachte einen Sprecher des Konzerns auf die Palme und er teilte der Pesse mit: "Das Motto soll durchschnittliche Schleckerkunden ansprechen, die niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen sind."

Peng, das hat reingehauen - wie eine echte Antimarketingbombe! Also, Leute, wenn ihr bei Schlecker einkauft, dann seid ihr nur gering gebildet! Ja, so schätzt euch der Konzern ein: wenig oder gar ungebildet! Ist doch toll! Da könnt ihr doch froh sein, dass ihr überhaupt in die neuen Läden gelassen wird - so ungebildet wie ihr seid!  Das müsst ihr doch dem Schlecker-Konzern hoch anrechnen, dass er sich die Mühe macht, an euch ungebildetes Pack überhaupt etwas zu verkaufen!

Schlecker hätte es ja überhaupt nicht nötig, an euch etwas zu verkaufen! Der alte Schlecker hat ja ein bisschen zur Seite gelegt - das reicht für den gesamten Clan und für einen goldenen Lebensabend. Ja, diese Schleckers sind richtig sozial geworden. Die verkaufen ihre Waren auch an ungebildete Leute!

Und was sagt der Volksmund dazu? "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!" Offenbar lassen auch Schleckers Kinder zu, dass die Kunden irritiert und beleidigt werden! Tja, die väterliche Erziehung macht sich halt bemerkbar!

Im Schlecker-Blog ist zu lesen: "Ja, wir stehen zu diesem Motto, wie wir auch zu einer unserer wichtigsten Zielgruppen stehen: Menschen mit einfachem bis mittlerem Bildungsniveau. Menschen also, die ganz normal einen Haupt- oder Realschulabschluss gemacht haben und heute in vielfältigen Berufen das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden – zum Beispiel als Handwerker, Briefträger, Krankenschwestern, Büroangestellte oder auch als Hausfrauen und -männer“.

Das bringt mich zum Grübeln: Wieso versteift sich Schlecker so sehr auf das einfache bis mittlere Bildungsniveau? Haben die etwas zu verbergen? Wollen Sie deshalb keine Akademiker in ihren Filialen? Und dann teilt Schlecker einen Rundumschlag gegen Internet-Anwender aus, die es gewagt hatten, Schlecker zu kritisieren. Solche Leutchen seien "zynisch", "unverschämt" und "arrogant".

Tja, ich denke, dass so mancher Marketing.Professor Schlecker als abschreckendes Beispiel seinen Studenten vorhalten wird: "Leute, so dürft ihr keine Werbung machen! Oder ihr wollt einen Konzern ruinieren?"

Quellen:

  1. Wiener Zeitung Schlecker-Denglisch für bildungsferne Kundschaft
  2. T-Online Werbeslogan: Schlecker weist Vorwürfe zurück


Wie primitiv eine für Schlecker tätige Werbeagentur seine Kunden einschätzt, zeigt diese "Werbung". Da frage ich mich: Über welch niedriges Bildungsniveau verfügt diese Agentur? Und deren Auftraggeber, also Schlecker? Haben Sie allen Ernstes dafür etwas bezahlt?

 

Schlecker Werbung Teller


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Kommentare

M
Na - jetzt ist es ja endlich vorbei. In der DDR hätte Schlecker sicher überlebt, aber hier kotzen die Leute eben fast jeden Tag, wenn sie so viel Hässlichkeit ertragen müssen.

http://dreckigewahrheit.blogspot.com/2012/01/schlecker-geht-for-you-vor-ort-vorbei.html
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K


MIt dieser Planinsolvenz versucht Schlecker resp. die Familie möglichst viel zu retten. Schlecker fungiert ja als Einzelunternehmen, als eingetragener Kaufmann. Demnach haftet er mit seinem
gesamten Vermögen. Andererseits will Anton Schlecker sein Heft nicht aus der Hand geben, ein Insolvenzverwalter ist demnach "nur" beratend tätig. Unterm Strich geht es darum, möglichst viel
"Gewinn" herauszuschlagen - für die Familie.



A

Köstlich! Schlecker schleckt Teller :-))


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K


Das wäre doch der richtige Werbespruch 



A

Das ist wirklich gut! Schlecker, weil die Teller sauber schlecken :-))


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K


Das finde ich auch toll, vor allem wenn Schlecker dafür noch das Werbevideo bezahlt  Wenn ich mir
vorstelle, die schieben der Werbeagentur Geld rüber, die Agentur macht ein Video, das die Familie Schlecker lächerlich macht 



W

Jetzt weiß ich, woher der Name Schlecker kommt ;-) Beim Anton Schlecker muss es ja zugegangen sein :-))


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K


Stimmt! Die armen Kinder Schlecker! Was hatten die wohl für eine Kindheit? Immer das Geschirr sauber schlecken  



D

Das ist mit Schlecker schon seit den 80ern so, als rauskam
wie er auch seine Mitarbeiter behandelt.
Die dürfen zum Teil alleine in einer Filiale arbeiten.
Seitdem Verbrecher das spitzbekommten hatten, hagelte
es Überfälle. Jetzt dürfen sie zu Zweit alleine in einer Filiale arbeiten
Das nur als Beispiel. Ich gehe seitdem nicht mehr zu Schlecker und
Lidl auch nicht mehr. DA soll es ähnlich zugehen.
Ja sie halten das Volk für blöd. Aber was solls, das haben
in der Vergangenheit schon viele Mächtige geglaubt.
Man denke an die französische Revolution, an die Bauernaufstände
oder Putschs..Die werden sich noch wundern.
Gemeinsam ist die Masse stark und davor haben sie Angst.
Und gerade von denen sogenannte Dumme sind unberechenbar...hihi

Liebe Grüße
Deine Deva


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K


So ist es! Wer das Volk für blöd hält, ist selbst blöd. Die Schandtaten kommen immer ans Licht und dann reagiert das unterdrückte Volk - so ist es immer gewesen. Wieso lernt die "Elite" nicht aus
der Geschichte? Die haben wohl bei Geschichte nicht aufgepasst 



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