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26. Januar 2011 3 26 /01 /Januar /2011 16:31

Es gibt Leute, die haben sehr engstirnige Vorstellungen von anderen Ländern. Nach ihrer Meinung muss es in fremden Ländern genauso zugehen wie in Deutschland.

Was denken sich solche Menschen eigentlich? Sind sie das Zentrum der Erde? Ähnlich verhält es sich mit den verschiedenen Religionen. Wer gibt einem Menschen das Recht, andere Menschen von ihrem angestammten Glauben abzubringen und zu einer anderen Religion bekehren zu wollen?

Was hier in Deutschland kaum bekannt ist, in der Mongolei herrscht Religionsfreiheit. Das geht auf den großen Dschingis Khan zurück, dem völlig egal war, woran seine Untertanen glaubten - sie mussten nur ihm gehorchen und Steuern zahlen. In der deutschen Geschichte gab es ja auch den Alten Fritz, Friedrich II., von dem der Spruch stammt: "Jeder soll nach seiner Facon selig werden!" 

Und er schrieb auch: "Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren [(öffentlich) bekennen], erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren [bevölkern], so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen"

Friedrich II. handlte nicht uneigennützig, er wollte damit tüchtige Leute nach Preußen locken, Hugenotten und Katholiken zogen nach Preußen um - sehr zum Vorteil von Preußen. Daran sollten sich Politiker von heute erinnern, auch wenn die derzeit amtierende Kanzlerin einen Spruch wie "Multi-Kulti ist out!" von sich gibt. Die Retourkutsche ist ja schon im Laufen: Immer mehr gut ausgebildete Türken kehren Deutschland den Rücken und ziehen in die Türkei um. Weil sie hier immer nur angefeindet wurden.

Und der "Lohnschreiber" von Bertelmanns Gnaden, ein Thilo S., hat deutschfeindliches Verhalten gegen Nichtdeutsche salonfähig gemacht - das ist total irrsinnig: Die Deutschen wollen ihre Produkte ins Ausland exportieren, nur Fremde sind hierzulande nicht willkommen ... Das verstehe, wer will. 

Doch zurück zu meinem Erlebnis auf einem Reiterhof:

(C) Copyright 2004-2011 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
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Kommentare

B
<br /> Das ist wirklich unglaublich traurig, dass so viele Menschen nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen.<br /> Sie bekommen als Kinder Scheuklappen aufgesetzt und wenn sie dann erwachsen werden, nehmen sie sie nicht ab.<br /> <br /> Als ich in den USA war, wurde ich ernsthaft gefragt, ob ich bei der letzten Wahl auch Hitler gewählt hätte...<br /> Als ich erzählte, dass Hitler schon seit über 60 Jahren tot ist, ist irgendwie sein Weltbild zusammen gebrochen.<br /> <br /> Vielleicht ist meine Frage genauso dumm wie die der jungen Frau, aber mich würde interessieren, welche vegetarischen Gerichte die mongolische Küche kennt?<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Zu den vegetarischen Gerichten: Als ich in der Steppe lebte, habe ich früh gejagt - also gab es für mich kaum Vegetarisches. Im Sommer wilde Beeren und Zwiebeln, wilden Honig habe ich verschmäht,<br /> die Bienen wollten ihn selbst behalten  und haben mir das stichhaltig klargemacht. In den Gers gab es<br /> gesalzenen Buttertee, da warf man Gerste oder Nudeln rein. Und einer meiner Lehrer - ein uralter buddhistischer Mönch - ernährte sich von Tee und Tsampa (geröstetes Gerstenschrot), in seiner Nähe<br /> durfte ich keine gejagten Tiere essen. <br /> <br /> <br /> Zu deinem Erlebnis in den USA, da hat mir mein Bär etwas Lustiges erzählt. Sie hatten mal im Betrieb einen Kollegen aus den USA. Der bekam von seinem Chef den Auftrag, nach Germany zu reisen und<br /> die Maschinen einzustellen. Zuerst ging er zum Bahnhof und wollte eine Fahrkarte nach Deutschland kaufen. Irgendwie erfuhr er dann, dass er fliegen muss. Und er kam wirklich in Deutschland an. An<br /> einem Wochenende luden ihn die deutschen Kollegen nach Nürnberg ein. Er schaute sich interessiert die alten Häuser an und meinte, ganz besonders gefiele ihm, dass jedes Haus eine Hausnummer habe.<br /> Da sagte ihm einer: Du, das sind nicht die Hausnummern, sondern das Jahr, wann ein Haus gebaut wurde. Er dachte nach, dann schüttelte er den Kopf: 1498, das kann nicht sein, so alte Häuser gibt<br /> es nicht, die USA sind doch auch nicht so alt ...<br /> <br /> <br /> <br />
U
<br /> Liebe Kiat!<br /> Jeden Abend war ich nun in der Mongolei und habe Ihre Erlebnisse verfolgt - und bin sehr beeindruckt. Zunächst einmal ist es kaum zu glauben, dass Sie diese Strapazen und Torturen als kleines Kind<br /> überhaupt überlebt haben! Dann ist es bewundernswert, wie gelassen und ironisch Sie davon erzählen können. Was für ein Leben! Besonders freut mich, dass Sie einen Ort gefunden haben, wo Sie leben<br /> und arbeiten können und die Sicherheit von vertrauten (wenn auch vielleicht nicht vielen) Beziehungen genießen. Auch freut mich, dass Ihr Buch so viele Leser/Zuhörer gefunden hat. Ich selbst werde<br /> es weiterempfehlen und -geben!<br /> Liebe Grüße aus Bremen, Ulrike Kuckero<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Liebe Ulrike,<br /> <br /> <br /> ich freue mich sehr, dass Sie mein Buch weiterempfehlen wollen. Von Ihrem Buch "Alice im Mongolenland" bin ich sehr begeistert, es ist ein wunderschönes Buch für junge Menschen. Sie beobachten<br /> gut und schreiben sehr anschaulich. Unlängst hatte ich Besuch, die Frau sah Ihr Buch bei mir liegen und blätterte darin und las sich fest ... Sie wollte es auch für ihre Tochter kaufen.<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße aus dem nördlichen Bayern, Kiat<br /> <br /> <br /> <br />
H
<br /> Wenn ich dabei gewesen wäre hätte ich mir aber auch das Lachen verbeißen müssen!<br /> <br /> Liebe Grüße<br /> Heike<br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Liebe Heike,<br /> <br /> <br /> das glaube ich dir gerne! Und diese Tante war auch entsprechend gewandet: Langer Wollrock bis zu den Knöcheln, Dutt im Haar und runde Nickelbrille ...<br /> <br /> <br /> Liebe Grüße, Kiat<br /> <br /> <br /> <br />

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  • : Tagebuch einer Schamanin, aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden, Vater deutsch, Mutter Mongolin.
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