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6. Dezember 2009 7 06 /12 /Dezember /2009 23:15
Da die ersten Gefahren heil überstanden waren, wurde auch der Imperator wieder gelassener. Irgendwie fand er es beruhigend, dass es einen Menschen wie diese Kleine Schamanin gab. Mit ihren Warnungen hatte sie ihnen sehr geholfen.

Also lud er alle zum Essen ein: "Ich lade euch zu einem Fünf-Gänge-Menü ein, wir dürfen zwar das Hotel nicht verlassen, aber den Appetit lassen wir uns nicht verderben." Dann telefonierte er lange mit dem Chefkoch.

Etwas später kündigte sich der Zimmerservice an, angeführt von einem Mann mit sehr schlechter Ausstrahlung. Monica spürte dies. Sie befand sich im Nebenraum. Ein Spiegel in diesem Raum gewährte den Blick durch die Zwischentür zum Servierwagen.

Da, sie sah, wie der Kellner ein Flässchen aus seiner Hosentasche zog, es öffnete und in die Karaffe mit exotischem Fruchtsaft schütten wollte. Monica schoss blitzschnell auf den Kellner zu, ein Tritt traf seinen Oberkörper, er schnappte nach Luft und klappte zusammen. Die drei anderen Frauen fingen erst das Flässchen und dann den Kellner auf und verschürten ihn zu einem Paket.

Monica nahm ihm das Fläschen und schnupperte vorsichtig aus einiger Entfernung: "Aha, Bittermandel, Blausäure ..." Sie versuchten die Fenster zu öffnen, was gar nicht so einfach war. Wegen der Klimatisierung waren alle Fenster versiegelt. Aber sie wollten auf Nummer sicher gehen. 

Der Imperator hatte sich nur gewundert, dass die vier Frauen herumwirbelten. Dann erzählten sie ihm, was passiert war. Zuerst wurde der Imperator leichenblass, dann puterrot. Er griff zum Hörer und wählte eine lange Nummer. Es war ein Investor aus einem reichen osmanischen Land. Er hatte lange vor dem Großen Ölmangel auf Sonnenenergie gesetzt und seine Wüsten mit Solarzellen zugepflastert. Mit dem quasi kostenlosen Strom zerlegte er das unterirdische Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Diese beiden Gase wurden komprimiert und in viele Länder exportiert.

Wasserstoff war ein sehr guter Ersatz für das immer teurer werdende Erdöl. Und Wasserstoff verbrennt ja rückstandsfrei zu Wasser. Weil er einer der Ersten war, der dies anbot, wurde er sehr reich und investierte auf vielen Geschäftsfeldern, so auch in Hotels. Der Imperator fragte den Scheich: "Du hast immer gesagt, du bist mein Freund! Wie konnte es dann geschehen, dass ein Kellner deines Hotels in Frankfort mich soeben mit Blausäure vergiften wollte?!"

Der Scheich beteuerte seine Unschuld und versprach, gleich seinen Hoteldirektor zusammenzufalten. Es dauerte nicht lange, da erschien ein knubbelnasiger Mann mit raspelkurz geschorenen grauen Haaren in der Imperatorsuite, er stellte sich als der stellvertretende Hoteldirektor vor. Mit leicht erkennbarem russischen Akzent.

Der Imperator war wütend: "Kann dieses Arschloch von Hoteldirektor nicht persönlich kommen?"

Der Stellvertreter: "Ist nicht möglich. Er wurde angerufen, von unserem neuen Eigentümer. Seitdem hat er sich im Klo eingesperrt. Es ist nur ein ständiges Gewürge zu hören. Er weiß wohl nicht, wie herum zu erst aufs Klo!" Der Stellvertreter grinste. Dann sah er den Kellner, der immer noch gefesselt auf dem Boden lag.

"Das ist also das Schwein!" und trat dem Kellner mehrmals in die Rippen. Der Kellner kam zu Bewusstsein und stöhnte. Der Stellvertreter packte ihn mit beiden Händen und warf ihn auf einen Tisch, auf dem Rücken liegend. Dann faltete er eine Decke über seinen Bauch und legte dann ein großes Serviertablett darauf. Dann schlang er seine beiden Hände ineinander und schlug mit aller Wucht auf das Tablett. Dem Opfer blieb die Luft weg.

Die Frauen sahen sich wissend an. Dies war wohl ein Spezialist für Verhöre. Er wartete, bis der Kellner wieder zu Atem kam. Dann fragte er ihn: "Dein Auftraggeber?" Der Kellner schwieg. 

Wieder ein Schlag auf das Tablett. Diesmal dauerte es schon länger, bis der Kellner wieder atmen konnte.

"Dein Auftraggeber?!" Keine Anwort. Nur vor Angst weit aufgerissene Augen.

Noch ein Schlag auf das Tablett. Der Kellner kam nicht mehr zu Atem.

"Das war wohl zu fest! Von dem erfahren wir nichts mehr!"

"Aber vielleicht von der Kleinen Schamanin", meinte die Rothaarige. Der Stellvertreter grinste: "Wer von euch ist eine Schaman? Ihr seid doch alle zu hübsch!"

Monica rief die Kleine Schamanin an. Sie schaltete den Lautsprecher ein, so dass alle mithören konnten. Die Schamanin hörte sich alles ganz ruhig an, so als ob sie nichts anderes erwartet hätte: "Das war Plan B des vatikanischen Geheimdienstes. Aber der Kellner war ja ziemlich blöd, hätte er das Flässchen auf dem Gang ausgeleert, wäre es vielleicht anders ausgegangen. Aber das zeigt, dass die Leutchen vom vatikanischen Geheimdienst improvisieren mussten. Und darin sind sie meistens sehr unbeholfen. Eben Männer!"

Monica: "Bist du ganz sicher?"

"Klar! Zieht ihm die Hosen aus, dann werdet ihr sehen, dass der knielange weiße Unterhosen mit scharf gebügelten Falten trägt. Diese Unterhosen sind aus Leinen und haben kein Schlitz. So richtige Liebestöter halt."

Da zog die Blonde der Leiche schon die Hosen aus. Und wirklich: Der Typ von Kellner trug solche Unterhosen.

Monica fragte: "Was ist denn das für ein Verein, der solche Unterhosen trägt?"

"Die haben in ihrer Bibel die Geschichte mit den Nasiren falsch verstanden. Früher bei den ersten Juden gab es Männer, die gelobten sieben Jahre, sich nicht die Haare zu schneiden und keine Weintrauben zu essen. Das haben dann die sexfeindlichen Christen umgemodelt: Diese christlichen Nasire geloben ihr ganzes Leben lang keine Frau anzufassen und auf keinen Fall Sex mit einer Frau zu haben."

Der Imperator meinte bedauernd: "Schade, dass der krepiert ist. Den hätte ich im Studio Drei-Icks fesseln und dann von vielen Frauen vergewaltigen lassen. Also, wenn wir wieder einen erwischen, den lassen wir am Leben, der bekommt dann die Hauptrolle in einem Film der Kategorie 12FM. Das wird sicher ein Renner!"

Die Rothaarige fragte: "12FM?"

Monica erklärte: "12 Frauen und ein Mann!" Und dann fragte sie die Kleine Schamanin: "Meinst du, die schlagen noch mal los?"

"Passt im Flugzeug auf! Haltet euch daran, was ich euch gesagt habe. Alles Gute für euch!"

Der Stellvertreter staunte: "Da habt ihr ja eine richtige Babajaga! Ich staune."

Der Imperator fragte: "Was machen wir jetzt mit der Leiche?"

Der Stellverteter: "Wir haben einen speziellen Zimmerservice. Unser Freund nimmt jetzt ein Säurebad ... " Kurz darauf erschienen zwei stämmige Kerle mit einem Wäschewagen, sie warfen die Leiche hinein und legten Wäsche darüber. Damit fuhren sie in den Keller. Sie fielen den Hotelgästen überhaupt nicht auf.

Eigentlich hätte dem Imperator und den Frauen der Appetit vergehen müssen. Aber sie waren hungrig und bisher heil davon gekommen. Der Stellvertreter ließ ein neues Fünf-Gänge-Menü kommen, er hatte persönlich dem Chefkoch über die Schultern geschaut. Der schwitzte noch mehr als sonst.

Die Fünf ließen es sich schmecken, sie diskutierten darüber, woher sie die Sprengstoffhunde und einen Sprengstoffspezialisten nehmen sollten. Die drei Frauen nannten Monica mehrere Namen und erzählten ihr, was sie über sie wussten. Der Imperator forderte seine Manager in der Frankforter Niederlassung auf, bei der Suche behilflich zu sein. "Aber keine Schauspieler, echte Spezialisten!"

Die Frankforter wunderten sich nicht, sie hatten sich das Denken abgewöhnt, die Arbeit für den Imperator war fast wie beim Militär: Denken unerwünscht!

Es dauerte nicht lange, da wurde eine Frau mit zwei Hunden angekündigt. Sie sollte ins Hotel kommen. Der Hotelmanager hatte mittlerweile sein Klo verlassen und neue Kleidung angelegt. Er stolzierte gerade aus seinem Chefbüro, da kam die Frau mit ihren beiden Hunden. Das war zuviel! Er wollte der Frau den Zutritt verweigern. Die Frau zückte ihre Handkommunikation und rief in der Imperatorsuite an. Monica nahm ab, hörte sich an, was der Hoteldirektor da für eine Schau abzog und sagte der Hundeführerin, sie sollte warten, mit den Hunden.

Einem der Hunde wurde es langweilig, er stellte sich neben dem Hoteldirektor und bepinkelte dessen Hosenbeine. Sein Stellvertreter sah es von weitem und eilte herzu. Dem Direktor zischelte er ins Ohr: "Freundchen, willst du wieder ins Klo?".

Der Direktor zuckte zusammen, er hatte schon gemerkt, dass sein Stellvertreter mehr zu sagen hatte als er, und verschwand in sein Edel-Büro mit seinen edlen Teppichen. Seine Sekretärin und Geliebte feilte gelangweilt an den Fingernägeln und maulte ihn an: "Sag mal, wo bist du gewesen? Du stinkst nach Hundepisse!" Und dann sah sie seine nassen Hosenbeine. "Igitt, du tropfst ja! Bist du nicht mehr dicht?"

Wieder zuckte der Direktor zusammen, er sah das Malheur und war den Tränen nahe. Seine Geliebte hatte Mitleid mit ihm, zog ihn aus und schleppte ihn unter die Dusche. Vorher hatte sie noch ein Schild "Nicht stören!" außen an die Bürotür gehängt und die Tür von innen verschlossen. Dann stieg sie auch unter die Dusche und verwöhnte ihren Direktor mit einer Body-Body-Massage. Das brachte ihn auf andere Gedanken ...

Der Stellvertreter hatte zwischenzeitlich die Hundeführerin mit ihren Hunden persönlich zur Imperatorsuite gebracht. Dann zog er sich schleunigst zurück. Er hatte mitbekommen, dass der Imperator den neuen Investor sehr gut zu kennen schien, also wollte er auf keinen Fall unangenehm auffallen. Er freute sich schon, bald Direktor zu sein. Dass der jetzige Direktor bald abgelöst wird, das war ihm klar.

Die vier Frauen waren von der Hundeführerin und ihren Hunden beeindruckt. Nur der Imperator meinte: "Das scheinen ja die reinsten Promenadenmischungen zu sein!" Monica fuhr ihn an: "Deshalb sind sie ja so gut!" Die Hundeführerin sah anerkennend Monica an. Sie nannte ihr Honorar, es war happig, aber der Imperator nickte nach kurzem Überlegen. Was war besser? In die Luft zu fliegen oder zu bezahlen?

Mit der Hundeführerin wurde noch vereinbart, ab wann sie morgen am Flugplatz sein sollte. Dann rief Monica den Stellvertreter an und bat ihn dafür zu sorgen, dass die Hundeführerin mit ihren Hunden unbehelligt das Hotel verlassen kann. Der Stellvertreter erledigte das prompt.

Dann meldete sich die Niederlassung, sie hätten einen Bombenexperten gefunden, er sei jedoch schon etwas älter. Eine Stunde später saß er in der Imperatorsuite. Er gefiel Monica auf Anhieb, mit seinen klaren Augen beobachte er alles, ihm entging anscheinend nichts. Der Imperator wollte maulen: "Scheint ziemlich alt zu sein ..." Monica fuhr ihn an: "Dafür scheint er viel Erfahrung zu haben." Sie hatte ihm vorher auf den Zahl gefühlt und festgestellt, dass er sogar den Unterschied zwischen "Gelatine" und "Gelantine" kannte. Das wusste selbst das große öffentlichte Lexikon im Netz nicht ...

Die Frauen waren für den Mann, der Imperator wurde überstimmt. Da fiel Monica noch etwas ein. Sie hatte sich etwas aufgeschrieben: "Meine Kleine Schamanin hat mir noch gesagt, dass wir morgen beim Rückflug folgendes Gebiet im Atlantik meiden sollen: zwischen den Längengraden 33 und 46 Grad und 17 Grad nördlicher Breite und 3 Grad südlicher Breite. Hier ist der Zettel. Teile das deinem Kapitän mit."

Der Imperator maulte: "Was soll das sein? Woher will die das wissen?"

Da fielen die Frauen über ihn her: "Die Kleine Schamanin hat uns bisher sehr geholfen. Also halte dich an ihre Warnungen, wenn dir dein Leben lieb ist!" 

"Ist ja schon gut, ich sage gleich den Kapitän Bescheid."








wird fortgesetzt ...

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Kommentare

Angelika Bersch 01/17/2010 17:32


Liebe Kiat, danke dir und wünsche noch einen erholsamen Sonntagabend.

LG Geli


Kiat Gorina 01/17/2010 21:10


Liebe Geli, 

vielen Dank für deine lieben Wünsche! Und dir wünsche ich einen guten Start in die Woche! 

Liebe Grüße, Kiat 


Angelika Bersch 01/16/2010 13:43


Hallo Kiat, muß dir Recht geben. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes reingerutscht als wir zu unseren Freunden gingen, zum Glück nichts passiert.

Dir noch ein glückliches, neues Jahr und liebe Grüße Geli


Kiat Gorina 01/16/2010 21:10


Liebe Angelika,

da habt ihr wohl den Guten Rutsch zu wörtlich genommen  LOch  freue mich für euch, dass ihr heile davon
gekommen sein!

Dir und deiner Familie nachträglich auch ein gutes und gesundes Jahr!

Liebe Grüße, Kiat 


Angelika Bersch 12/26/2009 12:30


Liebe Kiat,

danke, das beruhigt mich sehr.
Rutsch gut ins neue Jahr!

LG Geli


Kiat Gorina 12/26/2009 19:25


Liebe Geli, 

heute ist es sehr glatt geworden, da spreche ich lieber von einem gelungenem Übergang ins Neue Jahr und  nicht von einem "Rutsch"

Liebe Grüße, Kiat


Angelika Bersch 12/22/2009 14:44


Danke Kiat,
werds gerne lesen, staune immer, wann schläfst du nur mal, grins???
Dir noch einen schönen Tag und ganz liebe Grüße Geli


Kiat Gorina 12/22/2009 21:55


Liebe Geli,
ja, ich komme schon zum Schlafen! Es ist lieb, dass du dir Sorgen um mich machst.
Die auch ganz liebe Grüße, Kiat 


angelika Bersch 12/22/2009 11:11


Liebe Kiat,

danke und auch ich hab mich gefreut, hab deinen Blog vermisst, aber der Kopf muß auch frei sein, deine Beiträge sind sehr vielfältig und sehr interessant.

Liebe Grüße Geli


Kiat Gorina 12/22/2009 14:09


Liebe Geli,

für dein dickes Lob freue ich mich sehr! Und in den nächsten Tagen gibt es das sechste Kapitel der Verblödungsbombe ...

Liebe Grüße, Kiat 


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